Militärärzte können in Zukunft auch im öffentlichen Gesundheitswesen in Brasilien eingesetzt werden / Copyright: Agência Brasil
Militärärzte können in Zukunft auch im öffentlichen Gesundheitswesen in Brasilien eingesetzt werden / Copyright: Agência Brasil

Militärärzte können in Zukunft auch im öffentlichen Gesundheitswesen in Brasilien eingesetzt werden. / Copyright: Agência Brasil

Das Plenum des brasilianischen Abgeordnetenhauses genehmigte kürzlich (05.02.) mit 374 Stimmen und keiner Gegenstimme eine Verfassungsänderung (PEC), die das Tätigkeitsfeld von Ärzten im Militärsektor erweitert. Über den Vorschlag wurde in zwei Runden abgestimmt. Der nächste Schritt ist die Gesetzeserlassung, die in einer feierlichen Sitzung stattfinden wird. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Senat den Vorschlag zur Gesetzesänderung genehmigt.

Durch den Gesetzestext haben aktive Militärärzte die Möglichkeit, Stellen im öffentlichen Gesundheitswesen anzunehmen und auszuüben. Dabei können diese Ärzte entscheiden, ob sie nur temporär im öffentlichen Dienst arbeiten wollen oder aber permanent.

Die Erweiterung des Gesetzes bringt für das brasilianische Gesundheitswesen besondere Vorteile. Da der Ärztemangel in Brasiliens Vororten und abgelegenen Regionen immer noch akut ist, möchte man mit dieser Maßnahme einen Beitrag zur Verbesserung der Situation leisten. Die Militärärzte können dadurch im Rahmen des SUS-Gesundheitssystem (Sistema Único de Saúde) beispielsweise in Grenzregionen eingesetzt werden.

Die brasilianische Regierung ist seit einiger Zeit bemüht, die Schwachstellen im Gesundheitssystem Brasiliens auszugleichen. Vor allem durch das Programm Mais Médicos (wörtlich: „Mehr Ärzte“), das zu heftigen Diskussionen führte und sehr umstritten ist, können ausländische Fachärzte ins Land geholt werden, um in schlecht versorgten Regionen Brasiliens zu arbeiten. (ds)