MIt der Quellensuche in US-Archiven will die Wahrheitskommission zur Aufarbeitung der Militärdiktatur die Korrespondenz der US-Diplomatie zu Zeiten der Dikatur auswerten. / Copyright: Agência Brasil
MIt der Quellensuche in US-Archiven will die Wahrheitskommission zur Aufarbeitung der Militärdiktatur die Korrespondenz der US-Diplomatie zu Zeiten der Dikatur auswerten. / Copyright: Agência Brasil

Mit der Quellensuche in US-Archiven will die Wahrheitskommission zur Aufarbeitung der Militärdiktatur die Korrespondenz der US-Diplomatie zu Zeiten der Dikatur auswerten. / Copyright: Agência Brasil

Um in US-Archiven an Dokumente über die brasilianische Militärdiktatur (1964 – 1985) zu gelangen, wurde jetzt ein Abkommen zwischen der brasilianischen Wahrheitskommission und James Green, dem Professor für Brasilienstudien an der Brown University Providence, Rhode Island, USA, unterzeichnet. Hiernach konzentriert sich Greens Aufgabe vor allem auf die Recherche von bisher nicht bekannten Quellen oder nur unzureichend ausgewerteten Informationen.

Wie der Historiker erklärte, liege sein Fokus auf der Auswertung von Telegrammen, Notizen und Berichten aus der Hand von US-Diplomaten, die im Zeitraum der Diktatur in Brasilien tätig waren. Beispielsweise war es üblich, dass die US-Gesandten im Anschluss an Empfänge oder gemeinsame Abendessen, über die Inhalte der Gespräche, wie politische Tendenzen und Auffassungen der Anwesenden, Washington Bericht erstatteten, wie Green erläuterte. Der Großteil dieser Dokumente stamme deshalb aus dem US-State Department und sei derzeit im Besitz des Nationalarchivs.

Von der Spurensuche erwarten beide Seiten Hinweise auf neue Teilaspekte der Diktatur. Jedoch, so warnt Green, sei nicht von großen Enthüllungen auszugehen. Die Dinge lägen viel subtiler, „Bomben“ werde man nicht finden, so der Professor weiter. Denn zu den nun zu untersuchenden Fällen gehören bereits bekannte, wie das Bombenattentat von Riocentro im Jahr 1981, was bereits den Militärs zugeordnet werden konnte, um es Linken zu unterstellen. Auf der anderen Seite gäbe es auch Fälle wie der des US-Amerikaners und ehemaligen Pfarrers der methodistischen Kirche, Fred Morris, der 1974 von den brasilianischen Militärs festgenommen, gefoltert und anschließend abgeschoben wurde. (ms)