Das Armenviertel Dona Marta in Rio de Janeiro / Copyright: Wikipedia, Creative Commons, B. Snelson

Das Armenviertel Dona Marta in Rio de Janeiro / Copyright: Wikipedia, Creative Commons, B. Snelson

Die brasilianische Nichtregierungsorganisation COMCAT (Comunidades Catalisadoras) wird während des Gipfeltreffens der Völker (Cúpula dos Povos) im Juni, das zeitgleich zur Konferenz Rio+20 stattfindet, Vorschläge zum nachhaltigen Wachstum in den Favelas Rio de Janeiros präsentieren. So zum Beispiel die Pflege von Bio-Gärten, gemeinschaftliche Mobilisierung zur Realisierung von Events, Stärkung des lokalen Handels sowie die Nutzung kollektiver Transportmittel und Fahrräder.

Die COMCAT ist eine Organisation, die sich in Rio de Janeiro niedergelassen hat, um sich für die Gemeinschaft zu engagieren und Lösungsansätze für Probleme zu finden. Sie unterstützt so auch soziale Agenturen in der Kommunikation und bei Strategien.

Laut Roseli Franco, Leiter der Netzwerke der COMCAT, sei das Ziel der Initiative Favela como Modelo Sustentável („Favela als nachhaltiges Modell“) die Bewusstmachung über die positiven Werte der Favelas. Des Weiteren sollen Möglichkeiten mitgeteilt werden, wie die Gesellschaft durch gemeinschaftliche Aktionen die Umwelt schützen kann.

„Rio de Janeiro ist eine Stadt, in der die höchste Anzahl von Menschen in Favelas lebt, etwas mehr als 1,3 Millionen Bewohner, was ca. 22 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmacht“, so Franco. Unter diesen Menschen befänden sich vor allem Personen wie Haushaltshilfen, Busfahrer, Laufburschen in Banken usw.

Für Franco sei es nicht mehr akzeptabel, dass fast ein Viertel der Bevölkerung Rio de Janeiros in den Favelas lebt. Der Status dieser Bewohner würde antidemokratisch sein, da sie nicht als vollständige Bewohner anerkannt werden.

Während des Gipfeltreffens soll außerdem ein zweites Projekt vorgestellt werden: Favela Faz Parte („Die Favela gehört dazu“). Darin handele es sich um den Bereich der Urbanisierung, durch den die Favelas in nachhaltige Stadtviertel umgewandelt werden sollen. Ziel sei es, dass die Regierungen sich stärker für diese Gebiete, die auch zur Stadt gehören, einsetzen. (ds)