Schuld an der Herabstufung ist unter anderem der politische Streit um die finanzwirtschaftlichen Reformen. / Copyright: Wikimedia Commons

Die US-Ratingagentur Moody’s hat die Kreditwürdigkeit Brasiliens von Baa2 auf Baa3 herabgestuft. Die Erwartungen korrigierte die Agentur dabei von „negativ“ auf nunmehr „stabil“. Die aktuelle Note bedeutet, dass Brasilien immer noch für Investoren infrage kommt, allerdings eine fragwürdige Bonität besitzt, wie die brasilianische Nachrichtenagentur Agência Brasil schreibt.

In einer Mitteilung begründete Moody’s seine Entscheidung mit der aktuellen schwachen Wirtschaftsleistung, die unter den Erwartungen liegt, der Entwicklung der steigenden Regierungsausgaben und dem fehlenden politischen Konsens über die finanzpolitischen Reformen. Laut der Agentur erlauben es die Faktoren nicht, dass das Land entsprechend hohe Primärüberschüsse erzielen wird, um die Tendenz der wachsenden Schulden in diesem sowie kommenden Jahr umzukehren.

Zudem erklärte die Agentur, dass im Vergleich zu früheren Prognosen das Volumen und die Fähigkeit zur Begleichung der Schulden im Land sich in diesem und kommenden Jahr weiter verschlechtern werden noch stärker als in anderen Ländern, die mit der Note Baa klassifiziert wurden. „Moody‘s geht davon aus, dass sich die Erhöhung der Schuldenlast erst zum Ende dieser Regierung stabilisieren wird“, so die Erklärung der Rating-Agentur.

Dass Brasilien noch auf der Stufe Baa3 eingestuft werden kann, dafür sprechen laut Agentur die Lage Brasiliens, bei Finanzschocks aufgrund großer internationaler Reserven gut aufgestellt zu sein, die Bilanz der brasilianischen Regierung mit einem relativ begrenzten Anteil von Fremdwährungsanleihen und Schuldtiteln von Nicht-Brasilianern verglichen zu anderen Ländern, sowie eine große und vielfältige Wirtschaft. (ls)

Quelle: Agência Brasil