Unicef-Bericht weist auf Mordfälle von Jugendlichen in verschiedenen brasilianischen Städten hin. / Copyright: Wikimedia Commons, chensiyuan

Bei der Untersuchung von Todesfällen unter Jugendlichen in acht brasilianischen Hauptstädten kam Unicef zu folgendem Ergebnis: Jedes Jahr werden in Belém, Fortaleza, Maceió, Manaus, Rio de Janeiro, Salvador, São Luís und São Paulo rund 2.100 Jugendliche zwischen 10 und 19 Jahren ermordet. In den ärmeren Vierteln dieser Städte liegt die Mordrate der jungen Leute bei 136 Fällen auf 100.000 Einwohner. In den reicheren Gegenden dagegen tendiert die Rate gegen Null.

„Brasilien ist das Land, in dem am zweithäufigsten Jugendliche ermordet werden. Nur in Nigeria sind es mehr. Das muss sich ändern. Wenn man die Ungleichheit verringert, wird auch die Mordrate von jungen Menschen in Brasilien abnehmen”, sagt die Koordinatorin der Plattform Städtische Zentren von Unicef, Luciana Phebo.

Der Vertreter von Unicef in Brasilien, Gary Stahl, wies insbesondere daraufhin, dass die meisten der Ermordeten Männer sind, mit schwarzer Hautfarbe, im Alter von 16 bis 18 Jahren, die in den Randbezirken der großen Städte wohnen. Andere Faktoren würden zeigen, dass die betroffenen Jugendlichen eine lange Geschichte der Gewalt erlebten, die im Tod endete. „Ich denke, es ist kein Zufall, dass das typische Profile eines Kindes, das nicht zur Schule geht, in Brasilien männlich, schwarz, um die 13 Jahre ist, welches auf dem Land aufgewachsen ist, mit analphabetischen Eltern und einer armen Familie. “

Stahl sagte zudem, dass viele der Mordfälle nicht richtig aufgeklärt werden. „In Brasilien werden 93 Prozent der Fälle nicht aufgeklärt. Wir wissen nicht, wer die Mörder sind und welches die Mordmotive. Wenn ein Land 93 Prozent der Fälle nicht aufklärt, welche Maßnahmen werden dann ergriffen, um die Zahl der Fälle zu reduzieren?“ (ls)

Quelle: Agência Brasil