Der-Sitz-der-Bank-Morgan-Stanley-in-Copyright
Die US-Bank Morgan Stanley sieht Brasiliens Wirtschaft gefährdet. / Copyright: WikiCommons Autor: Alex Proimos

Die US-Bank Morgan Stanley sieht Brasiliens Wirtschaft arg gefährdet. / Copyright: Wikimedia Commons, Alex Proimos

Laut der US-amerikanischen Bank Morgan Stanley steht Brasilien momentan Risiken gegenüber, die die wirtschaftliche Stabilität gefährden. In einer Liste der fünf gefährdetsten Ökonomien steht Brasilien an erster Stelle vor Indonesien, Mexiko, der Türkei und Südafrika – alles Schwellenländer, die derzeit unter dem hohen Kurs des US-Dollars, der Erwartung höherer Zinszahlungen in den USA und einer Abschwächung der chinesischen Wirtschaft leiden, wie die Zeitung Estado de São Paulo berichtet (11.3.).

Insbesondere Brasilien sei jedoch zusätzlich noch durch eine schwache Binnenwirtschaft gezeichnet und durch die genannten Faktoren gleichsam betroffen, wie Morgan Stanley mitteilte.

Auch die französische Bank Societé Generale sieht die Währungen Brasiliens und Mexikos derzeit in einer gefährdeten Position. Als Gründe nannte die Bank ebenfalls die starke Aufwertung des US-Dollars und die Zinsen in den USA.

In der Liste der gefährdeten Wirtschaften leide Brasilien jedoch durch die neue Welle fehlenden Vertrauens. Der brasilianische Real habe am meisten an Wert verloren. Allein zu Monatsbeginn legte der US-Dollar gegenüber dem Real um 9,35 Prozent an Wert zu. In Südafrika waren es 5,9, in der Türkei 4,7 und in Mexiko zwei Prozent. Damit gewann der US-Dollar im Jahresverlauf gegenüber der brasilianischen Währung um 17 Prozent.

Im Zuge der schlechten Aussichten für Brasilien geht die schwedische Bank SEB von einem weiteren Sinken der brasilianischen Währung aus. Louise Valentin von der SEB sieht die schwierige Lage Brasiliens „in einem schwachen Wirtschaftswachstum, der Erwartung höherer Zinsen in den USA, einem knappen Finanz- und Währungshaushalt, dem fortlaufenden Risiko von Stromrationierungen, der Abwertung durch Rating-Agenturen, Korruption und der Sorge über die Regierungsfähigkeit, den öffentlichen Haushalt zu konsolidieren“, begründet.

Quelle: Estado de São Paulo