Der Generalstaatsanwalt Rodrigo Janot hat die Namen der am Kartell der Petrobras beteiligten Unternehmen veröffentlicht. / Copyright: Agência Brasil

Der Generalstaatsanwalt Rodrigo Janot hat die Namen der am Petrobras-Kartell beteiligten Unternehmen veröffentlicht. / Copyright: Agência Brasil

In der Korruptionsaffäre um den halbstaatlichen Mineralölkonzern Petrobras sind seit vergangenem Freitag (06.03.) die Namen der am Kartell beteiligten Unternehmen veröffentlicht worden. Der Generalstaatsanwalt Rodrigo Janot habe die Liste dem Bundesgerichtshof (STF) zugestellt. Zudem sei die Namensliste im Zuge der Eröffnung des parlamentarischen Untersuchungsausschusses an Parlamentsangehörige übergeben worden, wie die Onlineausgabe der Zeitung Valor Econômico vom Wochenende (7.3.) berichtet.

Laut den Ermittlungen Janots habe das Kartell effektiv ab dem Jahr 2004 gewirkt. Medienberichten mit Verweis auf die Liste des Generalstaatsanwaltes zufolge haben dem Kartell namhafte Unternehmen angehört: Galvão Engenharia, Odebrecht, UTC, Camargo Corrêa, Techint, Andrade Gutierrez, Mendes Júnior, Promon, MPE, Skanska, Queiroz Galvão, Iesa, Engevix, Seetal, GDK und OAS.

Laut Rodrigo Janot „waren eventuell auch die Unternehmen Alusa, Fidens, Jaraguá Equipamentos, Tomé Engenharia, Construcap und Carioca Engenharia an den Betrügeren beteiligt”.

„Insbesondere ab 2004 begannen die Unternehmen sich die Aufträge von Petrobras untereinander aufzuteilen und verhinderten, dass andere Unternehmen, die nicht dem Kartell angehörten, bei den Auswahlprozessen berücksichtigt wurden. Vor Beginn der Auswahlverfahren wusste man bereits wer der Gewinner war“, so der Chef der obersten brasilianischen Ermittlungsbehörde. Laut Janot hätten sich die weiteren beteiligten Unternehmen ausschließlich beworben, um den Betrug nicht auffliegen zu lassen.

Gleichzeitig weist Janot in seinem Bericht den ehemaligen Vorstandsmitgliedern von Petrobras eine tragende Rolle in dem Korruptionsschema zu. Das Kartell konnte nur mit Beihilfe führender Angestellter bestehen. Es habe eine „Übereinkunft von Kräften und Interessen zwischen Wirtschaft und Politik gegeben“, so Janot.

Seit mehreren Monaten wird im Rahmen der Operation „Lava Jato“ gegen frühere Vorstandsmitglieder der Petrobras, sowie gegen Politiker, Finanzinstitute und am Kartell beteiligte Unternehmen ermittelt. Das Kartell hatte Aufträge von Petrobras unter den Mitgliedern aufgeteilt und Einfluss auf die Höhe der Unterverträge genommen (BrasilNews berichtete, 30.01.15). (ms)

Quelle: Valor Econômico