Das Logo der neuen brasilianischen Postbank Banco Postal / Copyright: Correios Brasil

Das Logo der neuen brasilianischen Postbank Banco Postal / Copyright: Correios Brasil

Zu Beginn diesen Jahres ist die neue brasilianische Postbank (Banco Postal) gestartet und bereits heute hat die neue Bank rund 142.000 Kunden. Der Großteil davon (140.000) sind im regulären Kundengeschäft und ein kleiner Teil sind juristische Personen. Die brasilianische Postbank ist ein Joint-Venture aus der Banco do Brasil (BB) und der brasilianischen Post (Correios). Damit verfügt die neue Bank über ein weitreichendes Filialnetz und hat Zugriff auf einen sehr großen potenziellen Kundenkreis.

Im Filialnetz der Banco Postal fehlen derzeit noch rund 192 Gemeinden mit rund 5.565 Städten, um ganz Brasilien abgedeckt zu haben. Der Vorsitzende der BB, Aldemir Bendine, ist sehr zuversichtlich für dieses Jahr was die geschäftlichen Aussichten betrifft. Rund zwei Millionen Kunden wird die Banco Postal bis Ende dieses Jahres haben, so seine Schätzung. Dabei ist der Kundenkreis keineswegs derjenige, der bei einer ersten Betrachtung auf hohe Rendite hoffen lässt. Ziel ist es, einen Zugang zum Bankensystem für alle Teile der Bevölkerung zu schaffen und damit auch für den Teil, der ein höheres Risiko und weniger Einkommen mitbringt.

Fast 57 Prozent der Kunden der BB gehören heute zu denjenigen, die in die Kundenklassen C, D und E fallen (nicht zu verwechseln mit den brasilianischen Einkommensklassen). Mit den Kundenklassen A bis E wird eine Kombination aus verschiedenen Faktoren bezeichnet, die Wahrscheinlichkeiten zu Zahlungsausfall, Existenz von Sicherheiten und ähnliches in eine Bewertung zum Kundenrisiko für die Banken einbeziehen. Damit hat die BB einen Kundenkreis mit einem deutlich höheren Risiko als andere Banken. Allerdings beweist die BB, dass sich auch mit diesen Kunden gutes Geld verdienen lässt. Die BB hat im letzten Jahr einen Rekordgewinn von 12,1 Milliarden Reais (5,3 Milliarden Euro) erwirtschaftet.

Die Erfahrungen der BB zeigen auch, dass die Kreditausfälle deutlich geringer sind als die Risikobewertungen dies glaubhaft machen. Nur rund 2,1 Prozent aller Kreditnehmer hatten einen Zahlungsverzug von mehr als 90 Tage. Der Durchschnitt bei anderen Banken in Brasilien lag bei 3,6 Prozent. Mit der neuen Banco Postal baut die BB damit das Geschäftsfeld bei diesen Kunden (Klassen A und B) weiter aus. Mit den Filialen von Correios hat die BB durch die Beteiligung an der Banco Postal ein sehr gutes Filialnetz dazugewonnen. (mas)