Durch die Entdeckung neuer Öl- und Gasfelder steigt die Nachfrage nach Geologen und Ingenieuren / Copryright: Wikimedia Creative Commons, Divulgação Petrobras

Neue Debatten rund um die Verteilung der Gewinne aus dem Erdölgeschäft / Copryright: Wikimedia Creative Commons, Divulgação Petrobras

Die Debatten rund um die Neuverteilung der Gewinne aus dem Erdölgeschäft (royalties do petróleo) in Brasilien dauern nun schon seit einiger Zeit an. Immer wieder wurde die Entscheidung über das neue Gesetz verschoben, da keine Einigung in der Regierung erzielt werden konnte und sich die Bundesstaaten, die als Hauptproduzenten von Erdöl fungieren, ungerecht behandelt fühlen, weil sie mit starken Verlusten rechnen müssen.

Derzeit versucht die brasilianische Regierung erneut, eine Lösung für die Problematik zu finden. Gestern (06.11.) wurde das Gesetz schließlich ohne Änderungen vom brasilianischen Abgeordnetenhaus genehmigt und soll nun an die die Präsidentin Dilma Rousseff weitergeleitet werden.

Das Gesetz sehe vor, die Gewinne des Erdölgeschäftes für die Hauptproduzenten schon dieses Jahr von insgesamt 30 auf 20 Prozent zu reduzieren. Die Gewinne der Bundesstaaten Rio de Janeiro und Espírito Santo sollen ab kommendem Jahr von 26,25 Prozent auf 20 Prozent reduziert werden. Die stärksten Verluste haben allerdings die Gemeinden, in denen Erdöl produziert wird, von 26,25 Prozent auf 17 Prozent, 2020 sollen sie schließlich nur noch vier Prozent Gewinnanteil haben. Die Gemeinden, die von der Ölförderung betroffen sind, erleiden Kürzungen von 8,75 auf zwei Prozent.

Die Verteilung der Gewinne auf die restlichen Staaten und Gemeinden, die kein Erdöl produzieren und derzeit einen Gewinnanteil von 8,75 Prozent erhalten, sollen bis 2020 schrittweise auf 40 Prozent erhöht werden.

Kritik hervorrufen kann auch, dass im Gesetz keinerlei Ressourcen für die Bildung vorgesehen sind. Die Idee der Exekutive war es, die Gelder, die aus den Versteigerungen der Ölquellen hervorgehen, zu 100 Prozent in das Bildungswesen fließen zu lassen. (ds)