Der brasilianische Minister für wirtschaftliche Entwicklung, Industrie und Außenhandel, Fernando Pimentel / Copyright: Agência Brasil

Der brasilianische Minister für wirtschaftliche Entwicklung, Industrie und Außenhandel, Fernando Pimentel / Copyright: Agência Brasil

Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung Brasiliens entspricht derzeit nicht den Wünschen der Regierung. Aus mehreren Sektoren kamen in den vergangenen Wochen immer wieder Signale, dass die Phase des stetigen wirtschaftlichen Wachstums der vergangenen Jahre einen kleinen Dämpfer bekommen könnte. Damit ist noch nicht gesagt, dass Brasilien um eine positive wirtschaftliche Entwicklung fürchten müsste, dennoch hat sich die Regierung Dilma Rousseff Ziele gesetzt, die sie auch braucht, um all jene Programme umzusetzen, mit denen sie ihre sozialen und wirtschaftlichen Aufbauprogramme finanziert.

Heute (27.06.) werden die neuen Maßnahmen der Regierung vorgestellt, die den vorgesehenen Wachstumskurs der Regierung absichern sollen. Bereits gestern hatte der zuständige Minister für wirtschaftliche Entwicklung, Industrie und Außenhandel (Ministro do Desenvolvimento, Indústria e Comércio Exterior), Fernando Pimentel, durchklingen lassen, dass die Regierung auf neue Investitionen setzt, um das wirtschaftliche Wachstum zu sichern.

Bereits in den vergangenen Wochen waren immer wieder Eingriffe der Regierung in gesamtwirtschaftlich wichtigen Bereichen erkennbar, die auf die Absicherung des Wachstumskurs Dilma Rousseffs abzielten. Ziel der bisherigen Maßnahmen war die Absicherung der finanziellen Grundlagen für neue Investitionen durch eine Verbilligung der Kredite, unter anderem durch die Absenkung der Leitzinsen und einer gezielt geführten öffentlichen Debatte um die hohen spreads (Gewinndifferenz aus der Vergabe von Krediten) der Banken. Ein weiteres Ziel von Maßnahmen war der Binnenkonsum, der durch Steuersenkungen auf bestimmte Produktgruppen angeregt werden sollte.

Die Maßnahmen die heute präsentiert werden, dienen einer Absicherung Brasiliens als zukünftiger Industrienation und einer teilweisen Entkoppelung von den Märkten Europas, die durch die Krisen der letzten Jahre als Partner Brasiliens zu instabil geworden sind. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass Brasiliens Politik sich verstärkt in Richtung Asien ausrichtet, da es sich zum einen einen stabilen Partner und zum anderen die große Nachfrage nach den Waren aus Brasilien langfristig sichern möchte. Vor allem der Handel mit den für Asien so wichtigen natürlichen Ressourcen und mit Lebensmitteln wird die nun geplanten neuen Investitionen wohl finanzieren. (mas)