Der brasilianische Finanzminister Guido Mantega spricht über Steuerentlastungen / Copyright: Agência Brasil

Der brasilianische Finanzminister Guido Mantega spricht über Steuerentlastungen / Copyright: Agência Brasil

Der brasilianische Finanzminister Guido Mantega teilte gestern (26.03.) mit, dass die neuen Steuerentlastungen für die Industrie höher sein werden als die des Plans Brasil Maior („Größeres Brasilien“), der insbesondere Sektoren wie der Informationstechnologie zugutekam. Laut des Ministers würden durch die Maßnahmen des neuen Programms 20 Prozent der steuerlichen Abgaben des Nationalen Instituts für Sozialversicherungen (Instituto Nacional do Seguro Social, kurz: INSS) durch den Staat übernommen werden können.

Laut Angaben Mantegas werden vor allem diejenigen davon profitieren, die eine große Anzahl an Arbeitskräften brauchen. „Wir haben insbesondere die Sektoren herausgesucht, die an Dynamik verlieren, deren Verkäufe zurückgehen, die aber gleichzeitig positive Zahlen in der Produktion und bei Arbeitsplätzen aufweisen.“ Dabei bezog er sich vor allem auf die Schifffahrtsindustrie, das Flugwesen, die Automobil-, Textil-, Kleidungs- sowie Schuhindustrie.

Ebenso wurden gestern Steuererleichterungen auf industrialisierte Produkte (IPI-Steuer) angekündigt. Es soll auch die bereits existierende IPI-Steueraussetzung auf die sogenannte „Weiße Ware“ (u.a. Kühlschränke, Waschmaschinen) verlängert werden. Das neue Paket sei fast fertiggestellt, es fehle nur noch das Einverständnis einiger Sektoren. Mit diesen wolle sich Mantega noch in dieser Woche treffen, um den Prozess abzuschließen.

Außerdem gab Mantega bekannt, dass die Regierung daran arbeiten wird, die Banken-Spreads (Zinssatz, zu denen sich Banken untereinander Geld leihen) zu reduzieren und damit auch die Kosten für Darlehen. „Es wird generell eine Reduzierung der Finanzierungskosten geben.“

Mit diesen Maßnahmen garantierte der Finanzminister, dass die Industrie 2012 bessere Ergebnisse als im vergangenen Jahr mit sich bringen werde. Die Industrie sei eine der Hauptprioritäten im Kampf gegen die Krise. (ds)