Am gestrigen Donnerstag (27.11.) wurde das neue wirtschaftspolitische Team der Regierung ab 2015 vorgestellt: Alexandre Tombini bleibt Präsident der Zentralbank, Joaquim Levy als Finanzminister und Nelson Barbosa wird Minister für Entwicklung (von links nach rechts). / Copyright: Agência Brasil
Am gestrigen Donnerstag (27.11.) wurde das neue wirtschaftspolitische Team der Regierung ab 2015 vorgestellt: Alexandre Tombini bleibt Präsident der Zentralbank, Joaquim Levy als Finanzminister und Nelson Barbosa wird Minister für Entwicklung (von links nach rechts). / Copyright: Agência Brasil

Am gestrigen Donnerstag (27.11.) wurde das neue wirtschaftspolitische Team der Regierung ab 2015 vorgestellt: Alexandre Tombini bleibt Präsident der Zentralbank, Joaquim Levy wird Finanzminister und Nelson Barbosa Minister für Entwicklung (von links nach rechts). / Copyright: Agência Brasil

Um die brasilianische Wirtschaftswelt zu beruhigen, wurden am Donnerstag (27.11.) die wesentlichen Minister des zukünftigen wirtschaftspolitischen Teams der im Oktober wiedergewählten Dilma Rousseff der Öffentlichkeit vorgestellt. Den Posten des Finanzministers übernimmt demnach Joaquim Levy, der damit den umstrittenen Guido Mantega ablöst. Nelson Barbosa wird Minister für Entwicklung. Alexandre Tombini behält seinen Posten als Präsident der brasilianischen Zentralbank. Wie die wirtschaftsnahe Zeitung Valor Econômico schreibt (27.11.), seien diese drei Namen durch den Markt gern gesehen, da sie für einen orthodoxen und technischen Stil stünden.

Umgehend stellte der designierte Finanzminister seine wirtschaftspolitischen Leitlinien der kommenden Legislaturperiode vor. Demnach werde die Regierung die ersten drei Jahre mit festen Zielvorgaben arbeiten, wie die Zeitung O Globo berichtet (27.11.). Dies seien zum einen der Abbau öffentlicher Schulden, um die Haushalte zu entlasten und zum anderen die Inflation einzudämmen. Das Haushaltsziel für 2015 sei ein Wirtschaftswachstum von 1,2 Prozent. „Der Abbau der öffentlichen Schulden wird uns wohl kein Wachstum des BIP von zwei Prozent erlauben“, ergänzte Levy. Für 2016 und 2017 hingegen sei jeweils ein Wachstum von zwei Prozent vorgesehen.

Der für die Zentralbank wiederberufene Alexandre Tombini bestätigte, dass die bisherigen Maßnahmen zur Kontrolle der Inflation geholfen hätten. Für das kommende Jahr sei deshalb ein Wert von 4,5 Prozent vorgesehen, so Tombini. „Die Währungspolitik muss aufpassen, dass sich die Kürzungen [zum Schuldenabbau] nicht auf die Wirtschaft auswirken und zur Inflation besteuern“, bekräftigte der Chef der Zentralbank.

Laut Medienberichten sei eine wesentliche Veränderung für das Kreditwesen vorgesehen. „Der Kapitalmarkt hat eine zunehmend bedeutende Rolle innerhalb des Bankenwesens, indem er Kredite zur Verfügung stellt“, beschreibt der designierte Finanzminister Levy die Erwartungen an eine Reform des Finanzmarktes. Dies solle die Kreditvergabe der öffentlichen Banken ergänzen und flexibler machen und so die Wirtschaft stimulieren. (ms)