Brenzlicher Kontakt mit isoliertem Indigenenstamm im Bundesstaat Acre. / Copyright: Agência Brasil
Brenzlicher Kontakt mit isoliertem Indigenenstamm im Bundesstaat Acre. / Copyright: Agência Brasil

Brenzlicher Kontakt mit isoliertem Indigenenstamm im Bundesstaat Acre. / Copyright: Agência Brasil

Im nordwestlichen Bundesstaat Acre, nahe der Grenze zu Peru, ist es zu einem seltenen Aufeinandertreffen von Dorfbewohnern des Stammes der Ashaninkas und isoliert lebenden Indigenen aus dem Gebiet der Kampa gekommen. Zeitgleich hielten sich Mitarbeiter der staatlichen Indigenen-Stiftung (Fundação Nacional do Índio, kurz: Funai) in dem Dorf Simpatia im Landkreis Feijó, Acre, auf, wo sich das Treffen ereignete. Ihnen gelangen dabei einzigartige Videoaufnahmen, die vergangenen Dienstag (29.7.), einen Monat nach dem Ereignis, der Öffentlichkeit vorgestellt wurden.

Die Szenen zeigen, wie ein Dorfbewohner den so genannten Isolierten Bananenstauden überreicht. Zu seiner Überraschung hätte er sich mit den Besuchern verständigen können, wie er später Medienberichten zufolge gegenüber den Vertretern der Funai erklärte. Beide indigenen Gruppen gehören zum linguistischen Stamm Pano, wie es im Bericht der Funai heißt. Hunger und Verfolgung durch Holzfäller und Drogendealer an der Grenze zu Peru hätten sie an den Rand ihres Gebietes getrieben.

An anderer Stelle zeigt das Video die Besucher, wie diese später Macheten, Werkzeuge und Kleidung aus dem Dorf entwendeten und bei den dort lebenden Indigenen und Mitarbeitern der Funai Panik hervorriefen und diese versuchten die Kleidung wiederzubekommen. Denn ausgerechnet in der mit Krankheitserregern durchsetzten Kleidung liege eine hohe Lebensgefahr für isoliert lebende Indigene, wie das Nachrichtenportal Globo Acre berichtet (29.7.). Durch ihre Isolation verfügten diese meist über keine Immunabwehr und erkrankten schnell an Grippe. Nicht selten mit Todesfolge, wie die Funai mitteilt.

Laut Bericht der Funai hatte dieser Zwischenfall tatsächlich ein gefährliches Nachspiel. Am folgenden Tag seien die Besucher bereits mit Husten und schwerem Schnupfen wiedergekehrt. Laut Carlos Travassos, Generalkoordinator für isolierte und kürzlich kontaktierte Indigene bei der Funai, sei es gelungen, die mit Grippe Infizierten zu überzeugen, sich im Camp der Funai behandeln zu lassen. Weitere 15 Tage seien sie in Quarantäne geblieben, bevor sie in ihr Dorf zurückkehren konnten. Die Gefahr bestand, den restlichen Stamm mit Grippe anzustecken und so alle in Lebensgefahr zu bringen, so Travassos.

Wie die isolierten Indigenen berichtet hätten, sei im Laufe des vergangenen Jahres ein Großteil ihrer Sippe durch einen Überfall von so genannten Nicht-Indigegen auf ihr Dorf sowie durch Grippe ums Leben gekommen. (ms)