Neuer Rekord bei der brasilianischen Getreideernte

10.08.2012 | Wirtschaft |

Maispflanzung in Rio Grande do Sul / Copyright: Wikimedia, R. Lupchinski

Die Ernteperiode 2011/2012 ist noch nicht ganz abgeschlossen, aber der brasilianische Agrarminister Mendes Ribeiro lässt es nicht nehmen, bereits jetzt schon vom neuen Rekord in der Getreideernte zu sprechen. Er hat allen Grund dazu, denn die bisher veröffentlichten Zahlen geben ihm Recht. Mit insgesamt rund 166 Millionen Tonnen geerntetem Getreide und fast 61 Millionen bewirtschafteten Hektar Agrarland wird Brasilien bei der diesjährigen Ernte wohl die Mengen aus der Ernteperiode des Vorjahres um 1,9 Prozent übertreffen. Mendes Ribeiro gibt sogar das Ziel 170 Millionen Tonnen noch nicht auf, das er eigentlich erst für die kommende Ernteperiode angestrebt hatte, denn bis jetzt ist die Ernte in einigen Teilen Brasiliens noch nicht abgeschlossen.

Der neue Rekord wäre sogar noch größer ausgefallen, aber die Agrarproduzenten hatten vor allem im Nordosten Brasiliens mit einer Dürrephase zu kämpfen, die den Ertrag aus dieser Region um 22 Prozent hat geringer ausfallen lassen, als dies noch im vergangenen Jahr der Fall gewesen ist. Damit zeigt sich auch die ungeheuere Steigerung, die manche Regionen Brasiliens bei der Agrarproduktion dieses Jahr zu verzeichnen haben.

Allein beim Mais gab es eine Produktionssteigerung von 71,7 Prozent, die auch dem Umstand geschuldet ist, dass durch die Dürre in den USA die brasilianischen Landwirte auf die zu erwartenden steigenden Preise beim Mais gesetzt haben. Denn die Aussaat in Brasilien begann durch die verschobenen Ernteperioden, als der Ernteausfall in den USA bereits absehbar war. Ob bei diesen Steigerungen in der Produktion allerdings die Preise wie von den Landwirten kalkuliert steigen werden, bleibt abzuwarten.

Ein Ergebnis produzieren die landwirtschaftlichen Rekorde jedenfalls. Der Flächenkonsum durch die brasilianische Landwirtschaft wächst mit jedem der Ernterekorde mit und damit auch die Bedrohung für die noch wenigen unberührten Gebiete vor allem im Amazonas. Die Abholzung hat sich aber im Vergleich zum Vorjahr um 23 Prozent reduziert. Ein Ergebnis der immer intensiveren Bewirtschaftung bereits bestehenden Agrarflächen. (mas)


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