Während der Fußball-WM wird verstärkt Aufklärung über AIDS gemacht. / Copyright: AIDS-Kampagne Agência Brasil
Während der Fußball-WM wird verstärkt Aufklärung über AIDS gemacht. / Copyright: AIDS-Kampagne Agência Brasil

Während der Fußball-WM wird verstärkt über AIDS aufgeklärt. / Copyright: Agência Brasil

Am vergangenen Mittwoch (2.7.) hat der Staat São Paulo ein neues Gesundheitsprojekt für HIV-Infizierte gestartet. Das neue Projekt zielt darauf ab, vor allem die Früherkennung, die Behandlung und die Versorgung zu verbessern. Laut Angaben des Gesundheitsamtes des Bundesstaates sterben im Staat durchschnittlich acht Menschen am Tag an den Folgen von AIDS. Ein Großteil sterbe aufgrund von Fehlern im Behandlungssystem. Überdurchschnittlich hoch seien Menschen aus prekären wirtschaftlichen und sozialen Verhältnissen wie Obdachlose und Drogensüchtige betroffen.

Der Großteil der Verstorbenen sei auf die schlechte Behandlung und fehlende Früherkennung zurückzuführen. Vor allem fehle es an Aufklärung über Diagnosemöglichkeiten, professioneller Hilfe und Krankenhausbetten, wie die Tageszeitung Folha de S.Paulo (2.7.) berichtet. Im Großraum São Paulo dauere es derzeit vier Monate, bis ein Betroffener im fortgeschrittenen Stadium von AIDS einen Termin bei einem Facharzt bekomme.

Das neue ärztliche Netzwerk wird mit 30 Millionen Reais (circa 9,9 Millionen Euro) jährlich finanziert. Laut dem Staatssekretär für Gesundheit, David Uip, müsse vor allem in die Umstrukturierung im Krankenhaussystem investiert werden, um flächenmäßiger besser auf Fälle im kritischen Stadium von AIDS sowie auf die Begleiterscheinungen vorbereitet zu sein. Eine Studie belegt, dass es bei 33 Prozent der Kranken ein hohes Risiko gibt, auch von Krebs betroffen zu sein, so David Uip. Es werde eine Hierarchisierung nach Krankheitsstadium eingeführt. Die Fälle seien ja sehr unterschiedlich kritisch und bräuchten nicht alle die gleiche Behandlung. Bisher wurde da kaum unterschieden und die Prioritäten falsch gesetzt, heißt es von Seiten der Gesundheitsbehörde.

Rodrigo Pinheiro vom Verein ONG/AIDS schreibt der schlechten Vorsorge und Früherkennung einen Großteil der Verantwortung zu. „Viele Menschen sind bereits infiziert, aber die Diagnose lässt auf sich warten“, wird Pinheiro in der Folha de S.Paulo zitiert. Demnächst soll im Stadtteil Pinheiros eine Station für Schnelldiagnosen eingerichtet werden. Schließlich gibt es eine beachtliche Chance, den HIV-Virus im Frühstadion erfolgreich zu bekämpfen. (ms)