Die insolvente Bank BVA steht kurz vor der Auflösung. DIe Frist der Zentralbank endet am kommenden Donnerstag (18.04.). / Copyright: Divulgação
Die insolvente Bank BVA steht kurz vor der Auflösung. DIe Frist der Zentralbank endet am kommenden Donnerstag (18.04.). / Copyright: Divulgação

Ein neues Angebot für die insolvente Bank BVA: Doch die Fronten scheinen unversöhnlich. / Copyright: Divulgação

Seit acht Monaten befindet sich die brasilianische Bank BVA im Insolvenzverfahren und seit 2012 unter Finanzaufsicht der brasilianischen Zentralbank (Banco Central). Nun liegt ein neues Angebot der Finanz- und Investmentgruppe Caoa des Unternehmers Carlos Alberto de Oliveira Andrade für die Übernahme vor. Um die defizitäre BVA zu kaufen, fordert er 500 Millionen Reais (rund 180 Millionen Euro) vom Fundo Garantidor de Créditos (kurz: FGC), dem gemeinnützigen Interessenverband zum Schutz von Kontoinhabern und Anlegern. Mitte April dieses Jahres war es bereits zu Verhandlungen mit der Gruppe Caoa gekommen. Aufgrund der Intervention einiger Anteilseigener der BVA-Bank kam es vorerst zu keinem Abschluss (BrasilNews berichtete, 15.04.2013).

Auf das neue Angebot teilte der FGC mit, dass er nicht bereit sei, noch mehr Kapital in die angeschlagene BVA zu investieren. Im Falle einer Liquidation der Bank würde man mehr verlieren, als durch ihren Erhalt gewonnen wäre, so Vertreter des FGC. Der Fundo Garantidor de Créditos ist der größte Gläubiger der BVA und hat bisher 1,3 Milliarden Reais (rund 450 Millionen Euro) an die betroffenen Anleger und Sparer ausgezahlt. Der FGC würde dem Kauf der BVA nur dann zustimmen, wenn insgesamt 300 Millionen Reais (circa 100 Millionen Euro) an ihn ausgezahlt würden – dies entspräche 23 Prozent des Wertes, der bisher zur Rettung der Bank investiert wurde.

Den anderen Gläubigern versprach der Chef der Unternehmensgruppe Caoa eine sofortige Auszahlung von 35 Prozent der Schulden bei der Übernahme und weitere 35 Prozent abhängig vom Erholungsprozess der Bank. Nach eigenem Bekunden hat er die Zustimmung von 90 Prozent der Gläubiger, rund 5.000 Personen, für diesen Plan gewonnen.

Die Caoa-Gruppe engagiert sich in Brasilien vor allem als Vertragspartner für Automarken mit einer Vielzahl von Verkaufsstellen. Durch den Kauf der Bank will der Unternehmer Carlos Alberto de Oliveira die BVA in eine Kreditbank für den Autokauf umwandeln. (ms)