Mit Schmiergeldern und schwarzen Konten soll Schluss sein. Brasilien erhöht mit neuem Gesetz massiv den Druck auf Unternehmen. / Copyright: WikiCommons: Norbert Schnitzler
Mit Schmiergeldern und schwarzen Konten soll Schluss sein. Brasilien erhöht mit neuem Gesetz massiv den Druck auf Unternehmen. / Copyright: WikiCommons: Norbert Schnitzler

Mit Schmiergeldern und schwarzen Konten soll Schluss sein. Brasilien erhöht mit neuem Gesetz massiv den Druck auf Unternehmen. / Copyright: WikiCommons: Norbert Schnitzler

In Brasilien ist am gestrigen Mittwoch (29.01.) das neue Anti-Korruptionsgesetz in Kraft getreten. Dieses gibt den Behörden neue Ermittlungsbefugnisse und vergrößert den Verantwortungsbereich der Unternehmen massiv. Diese können ab sofort für Fälle von Korruption bei Subunternehmen oder ausgehend von einzelnen Angestellten zur Rechenschaft gezogen werden. Für Unternehmen bedeutet dies eine grundlegende Überprüfung interner Prozesse oder Verträge mit Partnern sowie anderen Subunternehmen.

Die neue Gesetzeslage ermöglicht die Anklage einer Firma unabhängig davon, ob Unternehmensvertreter Kenntnis von etwaigen Korruptionsfällen hatten oder nicht. Demnach werden Unternehmen dann zur Rechenschaft gezogen, wenn ihre Strukturen, Arbeitsabläufe oder Richtlinien Delikte dieser Art zulassen. Unwissenheit schütze nicht mehr vor Strafe, wird Fernando Zilveti, Professor für Jura an der Hochschule Fundação Getúlio Vargas (FGV), in der Wochenzeitung Estado de São Paulo (Ausgabe Mittwoch 29.01.) zitiert. „Mit dem neuen Gesetz müssen die Geschäftsführer alles wissen, was im Unternehmen durch Angestellte sowie Subunternehmer erwirtschaftet wird, denn sie können dafür strafrechtlich belangt werden“, so Zilveti.

Auch die strafrechtlichen Konsequenzen wurden durch die neue Gesetzeslage verschärft. Eine Strafe kann im Falle eines Urteils bis zu 20 Prozent des Vorjahresumsatzes betragen. Für den Juristen Zilveti hat das Gesetz bereits jetzt teilweise zu einer Veränderung der Unternehmensführung beigetragen. Der im Rahmen des Skandals um das Bahn-Kartell angeklagte französische Konzern Alstom (BrasilNews berichtete, 08.11.13), erklärte vor kurzem, keine Unternehmensberatungen mehr engagieren zu wollen, wie Estado de São Paulo berichtet. Über diese liefen in der Vergangenheit die Schmier- und Schwarzgelder. (ms)