Die Einführung des Programms Minha Casa Melhor
Die Einführung des Programms Minha Casa Melhor vergangenen Donnerstag (12.06.) /Copyright: Agencia Brasil

Die Einführung des Programms Minha Casa Melhor vergangenen Donnerstag (12.06.) / Copyright: Agencia Brasil

Das Regierungsprogramm Minha Casa Melhor (etwa: Mein Schöneres Zuhause) zur Kreditfinanzierung von Wohnungseinrichtungen hat in den ersten Tagen einen Zulauf von rund 12.000 Kunden erlebt. Diese erwerben die aufgrund staatlicher Unterstützung günstigen Kredite, um Einrichtungsgegenstände oder Haushaltsgegenstände wie Kühlschränke oder Computer per Ratenzahlung zu erwerben. Durch das Programm soll einerseits der Lebensstandard der brasilianischen Gesellschaft, insbesondere der einkommensschwachen Haushalte erhöht werden, andererseits erhofft sich die Regierung, dass der Konsum einen positiven Effekt auf die Binnenwirtschaft habe.

Insgesamt stellt die Regierung 18,7 Milliarden Reais (rund 6,5 Milliarden Euro) in Form niedrigzinsiger Kredite zur Verfügung. Es scheint, als komme die Regierung und die brasilianische Wirtschaft nicht von ihrem Konsum basierten Wirtschaftswachstum ab. Ende Mai dieses Jahres hatte der Chef der Brasilianischen Zentralbank, Alexandre Tombini, den Leitzins auf acht Prozent angehoben. Dabei sprach er davon, dass das Wirtschaftswachstum zukünftig nicht mehr durch den Konsum bestimmt sein solle. Vielmehr sollten Investitionen den Wachstumsmotor antreiben, so Tombini (BrasilNews berichtete, 31.05.2013). Die PT-Regierung scheint dem nicht folgen zu wollen.

Damit die Preise für Haushaltsgeräte nicht schlagartig nach oben gehen und nicht einzig der Handel profitiert, legt das Programm Minha Casa Melhor Höchstpreise für die zu finanzierenden Produkte fest. Eine Waschmaschine beispielsweise dürfe nicht mehr als 850 Reais (circa 300 Euro), ein digitales Fernsehgerät nicht mehr als 1.400 Reais (circa 490 Euro) kosten. (ms)