Copyright: INCRA

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Die Regierung wird einen Notkredit von 400 Millionen Reais (rund 172 Millionen Euro) für die Agrarreform ansetzen. Das Geld werde dem Institut für Besiedlung und Agrarreform (Instituto Nacional de Colonização e Reforma Agrária, kurz: INCRA) für den Erwerb von Land zugutekommen, teilte am Freitag (26.08.) Valdir Misnerovicz, nationaler Koordinator der Landlosenbewegung (Movimento dos Trabalhadores Sem Terra, kurz: MST), mit.

Die Bewilligung dieses Notkredits ist Ergebnis der Verhandlungen zwischen Regierung und Demonstranten, die im Rahmen des „Tags der Kämpfe für die Agrarreform“ (Jornada Nacional de Lutas por Reforma Agrária) letzte Woche in Brasília Aufstände durchführten.

Mit dem Kredit wäre es möglich, ca. ein Drittel der 60.000 Familien, die in der Hauptstadt Brasília kampieren, in diverse Bundesstaaten umzusiedeln. Die Bauernfamilien hatten ihr Lager in Brasília aufgeschlagen, um somit ihre Forderungen für eine Agrarreform durchzusetzen.

Letzte Woche seien die Aufstände für die Bauern von großer Bedeutung gewesen. Sie hätten erreicht, dass die Regierung die Agrarreform in den Mittelpunkt der Politik gerückt habe, so Misnerovicz.

Was die Verschuldung der Bauernfamilien betrifft, so habe die Regierung den Bauern Kredite von bis zu 20.000 Reais pro Familie für Neufinanzierungen und weitere Investitionen angeboten. Auf diese Kredite müssten zwei Prozent Zinsen pro Jahr gezahlt werden. Des Weiteren besteht eine siebenjährige Frist zur Rückzahlung, so teilte Plínio Simas, Repräsentant der Vereinigung Via Campesina („Weg der Bauern“), mit. (ds)