Besetzung der Rocinha / Copyright: Agência Brasil

Besetzung der Rocinha / Copyright: Agência Brasil

In der Favela Rocinha, Rio de Janeiros größtem Armenviertel, fordern Menschenrechts- und Nichtregierungsorganisationen (NROs) die sofortige Einrichtung permanenter Zentren für Bürgerrechte. Es sollen Vertreter der Staatsanwaltschaft und der Bürgerverteidigung vor Ort sein, die es den Anwohner ermöglichen, Übergriffe und Misshandlungen durch die anwesenden Sicherheitskräfte anzuzeigen.

Grund für diese Forderung waren Vorfälle zwischen Soldaten und der lokalen Bewohner während der Besetzung des Armenviertels Complexo do Alemão. Dort waren die Anwohner, aufgrund stereotypisierter Verdächtigungen mehrmals am Tag durchsucht worden.

Nach der Invasion der Einheiten der sogenannten Friedensstiftenden Polizei (Unidades de Polícia Pacificadora, kurz: UPP) ist seit diesem Sonntag (13.11.) nun das Armenviertel Rocinha besetzt.

Rafael Dias, Mitglied der Organisation Justiça Global („Weltgerechtigkeit“), hat beobachtet, wie in mehreren besetzten Vierteln eine polizeiliche Überwachung stattfand, die den Anwohnern intensives Misstrauen entgegen bringt. So sei im Complexo do Alemão eine Serie von Gesetzesverstößen und Gewalttaten ausgebrochen, direkt nachdem die Polizei in das Viertel eingedrungen war. Bis heute, so Dias, läge eine Reihe von Anzeigen wegen des Missbrauchs von Autorität und Macht durch Soldaten und Polizisten vor, die sich noch immer in demselben Viertel aufhielten. Darum müsse umgehend für Zentren der politischen und sozialen Bewusstseinsbildung gesorgt werden. Dies müsse in Kooperation mit den politischen, rechtlichen und staatlichen Instanzen geschehen, mit dem Ziel, dass Anwohner ihre Rechte besser schützen können, so Dias. (jv)