Der Minister für Gesundheit, Alexandre Padilha, stellt das Programm "Mais Médicos" vor, das rund 700 Gemeinden im Landesinneren erreichen soll. / Copyright: Agência Brasil
Der Minister für Gesundheit, Alexandre Padilha, stellt das Programm "Mais Médicos" vor, das rund 700 Gemeinden im Landesinneren erreichen soll. / Copyright: Agência Brasil

Der Minister für Gesundheit, Alexandre Padilha, stellt das Programm „Mais Médicos“ vor, das rund 700 Gemeinden im Landesinneren erreichen soll. / Copyright: Agência Brasil

Nun steht es fest. Brasilien wird in den kommenden Monaten 4.000 kubanische Ärzte empfangen, 400 von ihnen sofort. Die Mediziner kommen im Rahmen des staatlich finanzierten Programms „Mehr Ärzte“ (Mais Médicos) nach Brasilien, wo sie in ärztlich  unterversorgten Regionen des Landes, wie dem Landesinneren oder den Peripherien der Großstädte, den Zugang der Bevölkerung zu medizinischen Diensten verbessern sollen. Laut Mitteilung des Gesundheitsministeriums vom gestrigen Mittwoch (21.08.) sind vorerst 701 Städte vorgesehen, von denen 84 Prozent im Norden und Nordosten des Landes liegen.

Nachdem in Folge der öffentlichen Ausschreibungen in diesem Monat gerade einmal 15 Prozent der Stellen gedeckt werden konnten, kündigte der Minister für Gesundheit, Alexandre Padilha, an, internationale Abkommen abzuschließen, um die Zielvorgaben einzuhalten  (BrasilNews berichtete, 12.08.2013).

Das Programm war im Juli dieses Jahres von Präsidentin Dilma Rousseff ins Leben gerufen worden, um auf den Ärztemangel und die medizinische Unterversorgung in Teilen Brasiliens zu reagieren. Zu diesem Zweck sollten auch Mediziner aus dem Ausland angeworben werden. Kuba hatte von Beginn an angeboten, rund 6.000 Ärzte nach Brasilien zu entsenden, was für heftige Diskussionen und Demonstrationen der heimischen Ärzte geführt hatte (BrasilNews berichtete, 31.07.2013). Brasilien hatte darauf hin das Angebot ausgeschlagen.

Nun aber verzeichnete Mais Médicos in der ersten Bewerbungsrunde insgesamt 18.450 Bewerbungen, von denen 1.920 aus dem Ausland kamen. Insgesamt aber erreichten nur 1.816 Ärzte die notwendigen Voraussetzungen und Qualifikationen. Da dies 11,8 Prozent der gesuchten Stellen beziehungsweise 16,5 Prozent der Städte und Gemeinden mit Bedarf entspricht, greift Minister Padilha schließlich auf das Angebot Kubas zurück. (ms)