OECD fordert brasilianische Regierung zu Verbesserungen bei den öffentlichen Ausschreibungen auf. / Copyright: Wikimedia Commons, Mario Roberto Duran Ortiz

Öffentliche Ausschreibungen machen in Brasilien etwas mehr als ein Viertel der gesamten öffentlichen Ausgaben der Regierung aus, wie die OECD ermittelte. Dabei würde Betrug bei den Ausschreibungen für Mehrkosten von 20 Prozent oder mehr sorgen. „In einigen Fällen reichen die zusätzlichen Kosten sogar bis zu 50 Prozent“, bestätigt der Generalsekretär der OECD, Ángel Gurría.

Ihm zufolge machen in den meisten OECD-Ländern die Kosten für öffentliche Ausschreibungen den größten Teil der Gesamtausgaben aus. Allein 2013 haben die Länder zusammen 4,3 Billiarden Euro in Ausschreibungen investiert.

„Zu einem Zeitpunkt, zu dem die öffentlichen Finanzen unter enormem Druck stehen, ist es nicht fair zu erwarten, dass die Steuerzahler akzeptieren die zusätzliche finanzielle Last durch Kartelle und Korruption bei den Ausschreibungen zu tragen“, so Gurría. Für ihn sind daher Verbesserungen bei den Ausschreibungen von höchster Dringlichkeit in einer Zeit, in der etwa die brasilianische Regierung plane private Investoren zur Verbesserung der Infrastruktur im Land zu mobilisieren.

Ein gutes Beispiel sei Mexiko: Hier schätze das mexikanische Institut für Sozialversicherung, dass  die Einsparungen beim Kauf von Medikamenten im Anschluss an Reformen der öffentlichen Ausschreibungen heute bei rund 700 Milliarden US-Dollar im Jahr liegen, so Gurría. (ls)

Quelle: Agência Brasil