Die öffentlichen Banken tragen seit 1999 wieder zu mehr als 50 Prozent zur Kreditvergabe bei.. / Copyright: Agência Brasil
Die öffentlichen Banken tragen seit 1999 wieder zu mehr als 50 Prozent zur Kreditvergabe bei.. / Copyright: Agência Brasil

Die öffentlichen Banken tragen seit 1999 wieder zu mehr als 50 Prozent zur Kreditvergabe bei. / Copyright: Agência Brasil

Die öffentlichen Banken in Brasilien haben ihren Anteil an der Kreditvergabe im letzten Jahr deutlich erhöht. Im Juni 2013 erreichte ihr Kreditvolumen rund 1,27 Billionen Reais (circa 423 Milliarden Euro). Erstmals seit 1999 sind sie damit wieder für mehr als die Hälfte der Kredite verantwortlich – mit 50,3 Prozent aber nur knapp. Der Anteil brasilianischer Privatbanken an der Kreditvergabe hingegen sank von 34,9 auf 34,2 Prozent und der ausländischer Privatbanken von 15,7 auf 15,5 Prozent.

Laut dem Vorsitzenden der Wirtschaftsabteilung der Zentralbank, Tulio Maciel, ist der hohe Anteil der öffentlichen Banken vor allem auf deren Engagement bei der Finanzierung im Haus- und Wohnungsbau zurückzuführen. Die neuen Zahlen seien demnach eine Folge der Dynamik auf dem Immobilienmarkt. Hier wären die offiziellen Banken schon immer sehr stark gewesen, so Maciel. Im Laufe des vergangenen Jahres sei der Anteil des Immobilienkredits am BIP von sechs auf 7,5 Prozent angestiegen.

Ein weiterer wichtiger Punkt sei das Engagement der Nationalen Entwicklungsbank (Banco Nacional de Desenvolvimento Econômico e Social). Zwischen Mai und Juni 2013 habe die Bank ihr Kreditvolumen um 1,9 Prozent auf 447 Milliarden Reais (rund 150 Milliarden Euro) an Krediten für Unternehmen erhöht, so Maciel von der Zentralbank.

Jedoch wird auch der in diesem Jahr drei Mal erhöhte Leitzins für das vorsichtige Vorgehen der Privatbanken mitverantwortlich sein. Zuletzt wurde dieser von der brasilianischen Bundesbank auf 8,5 Prozent gesetzt. Neue Kredite sind demzufolge derzeit relativ teuer.

Das Ergebnis kommt dennoch überraschend, da seit 2000 sechs große öffentliche Banken privatisiert wurden. Dazu gehören die Banestado aus dem Bundesstaat Paraná (2000), die Banespa aus São Paulo (2000) und die Banken der Bundesstaaten von Paraíba (2000), Goiás (2001), Amazonas (2002) und Maranhão (2004). Allein die Banespa zählte zum Zeitpunkt ihrer Privatisierung 1.300 Filialen und ihr Käufer, die spanische Santander, gehört heute zur fünfgrößten Privatbank Brasiliens. (ms)