Mit Eigenmarken wollen Onlinehändler mehr Gewinn machen. / Copyright: Wikimedia Commons, Otávio Guerra
Mit Eigenmarken wollen Onlinehändler mehr Gewinn machen. / Copyright: Wikimedia Commons, Otávio Guerra

Mit Eigenmarken wollen Onlinehändler mehr Gewinn machen. / Copyright: Wikimedia Commons, Otávio Guerra

Internetverkäufer in Brasilien versuchen sich auch außerhalb des Netzes bekannter zu machen und damit ihren Gewinnmargen zu verbessern, indem sie Produkte mit dem Namen ihres Unternehmens auf den Markt bringen. E-Commerce-Händler Tricae zum Beispiel, der verschiedene Produkte für Kinder anbietet, hat seit diesem Jahr auch Schuhe und verschiedene Kleidungsstücke mit Namen der Firma im Angebot.

Die damit verbundene Hoffnung von Mitgründerin Juliana Duarte, 29 Jahre: Eltern, die es bislang kaum gewohnt sind im Internet einzukaufen, werden durch die Kleidung bei anderen Kindern aufmerksam auf den Markennamen und wollen die Seite kennenlernen – da die Artikel nur dort verkauft werden sollen. Die Kosten für die Herstellung der Eigenprodukte liegen für das Tricae zwischen 8 und 20 Prozent niedriger als die übrigen Waren. Ziel ist es, bis Ende des Jahres zehn Prozent des Sortiments mit den eigenen Marken auszufüllen.

Ein anderer Online-Händler Kanui, spezialisiert auf Sportbekleidung und entsprechende Zusatzartikel, bietet mittlerweile fünf eigene Kleidungslinien an. Laut Produktverantwortlicher Juliana Caldeira, 33 Jahre, sollen so auch niedrigere Preise angesetzt werden. „Unsere Eigenmarken konkurrieren nicht direkt mit den anderen Marken, die wir verkaufen. Wenn jemand eine bestimmte Marke bevorzugt und kaufen will, kann er dabei auch auf unsere Eigenmarken stoßen und sie zusätzlich mitnehmen.“

Die Preisreduzierung ist möglich durch die direkte Geschäftsverbindung der Online-Händler mit ihren Zulieferern, was die Anzahl Zwischenhändler in der Lieferkette maximal reduziert, erklärt der Berater von Sebrae (Institut zur Förderung von Mikro- und Kleinunternehmen) Sao Paulo José Carmo. Um die eigene Marke aber nicht zu beschädigen, ist es laut des Experten wichtig, sich vorab von der Qualität des Zulieferers zu überzeugen und seiner Kapazität, die Nachfrage an Produkten decken zu können.

Laut Mauricio Morgado, Professor an der Hochschule Fundação Getúlio Vargas, hängt der Erfolg einer Eigenmarke vor allem davon ab, wie gut ein Unternehmen seine Kunden kennt. Daher sei es wichtig, vorher seine Zielkundschaft zu analysieren. „Wenn man den Namen des Unternehmens für teurere Produkte auf einmal auch für eine Marke mit günstigeren Preisen nutzt, kann das den Markennamen beschädigen“, so der Professor. (ls)