Karte der Region / Landlose Paraguays wollen brasilianische Großgrundbesitzer vertreiben / Copyright: Agência Brasil

Karte der Region / Landlose Paraguays wollen brasilianische Großgrundbesitzer vertreiben / Copyright: Agência Brasil

Didier Olmedo, Verantwortlicher für Verhandlungen Paraguays in Brasilien, teilte gestern (01.02.) mit, dass der Präsident Paraguays, Fernando Lugo, versuche, die derzeitigen Konflikte zwischen brasilianischen Großgrundbesitzern und paraguayischen Landlosen zu besänftigen. Es handele sich hierbei um die Region Alto Paraná (Bundesstaat Paraná), nahe der brasilianischen Grenze. Man schätze ein, dass ca. 350.000 Brasilianer auf paraguayischem Gebiet leben, vor allem Landwirte.

Seit mehr als einer Woche käme es zu Konflikten und Streit um das besiedelte Land. Olmedo bestätigte jedoch, dass die paraguayische Regierung die Sicherheit der Brasilianer garantieren will und nach einer Lösung suche.

Seit Ende Januar müssen die sogenannten „Brasilienparaguayer“ dem Druck der Landlosen der Region Santa Rosa del Monday im Alto Paraná standhalten. Diese wollen die brasilianischen Großgrundbesitzer aus den Gebieten vertreiben. Die Landlosen behaupten, dass die Ländereien nicht rechtmäßig besiedelt worden seien und dass es sich eigentlich um Gebiete handele, die der Agrarreform unterliegen.

Die Brasilianer hingegen streiten dies ab und beteuern, dass sie das Land rechtmäßig gekauft haben. Autoritäten Paraguays bestätigten, dass Brasilienparaguayer die Ländereien erworben hätten, diese sich aber tatsächlich in einem Gebiet der Agrarreform befänden, die aber noch nicht stattgefunden habe.

„Das ist ein sehr sensibler Punkt, der schon seit längerem Schwierigkeiten verursacht. Leider nutzen viele Menschen und verschiedene Gruppen diese schwierige Lage aus und versuchen, daraus ihre Vorteile zu ziehen“, so Olmedo. Er erinnerte auch daran, dass das Grenzgesetz, was 2007 in Kraft getreten ist, die Situation verschlimmert habe. „Durch die Legislative kann jeder, der sich nicht im definierten Bereich befindet, von seinem Eigentum vertrieben werden.“

Olmedo fügte hinzu, dass die Konflikte zwischen Brasilianern und Paraguayern Thema täglicher Versammlungen der Autoritäten des Landes seien. Die brasilianische Botschaft in Paraguay informierte darüber, dass der brasilianische Botschafter Eduardo Santos sich seit den letzten Tagen dafür einsetze, mit Vertretern Paraguays zu verhandeln, um eine Lösung für diese Konflikte zu finden. (ds)