Der frühere Abgeordnete und heutige Parlamentspräsident, Eduardo Cunha (PMDB), erpresste 2011 Unternehmen, weil diese kein Schmiergeld zahlten. / Copyright: WikiCommon: Geraldo Magela/ Agência Senado Der frühere Abgeordnete und heutige Parlamentspräsident, Eduardo Cunha (PMDB, erpresste im 2011 Unternehmen, weil diese kein Schmiergeld zahlten. / Copyright: WikiCommon: Geraldo Magela/ Agência Senado

Im Korruptionsprozess um den Mineralölkonzern Petrobras hat der Hauptzeuge Alberto Youssef erneut schwere Vorwürfe gegen den konservativen Politiker und Parlamentspräsidenten Eduardo Cunha (PMDB) erhoben. Dieser habe laut Youssef von privaten Firmen im Gegenzug für Aufträge der staatlichen Petrobras Geld erpresst, wie die Zeitung O Estado de São Paulo berichtet (13.5.).

Youssef bekräftigte vor Gericht seine Version, dass Cunha im Jahr 2011 der „Mentor der in der Kammer gemachten Anfragen“ zu den Verträgen zwischen der Regierung und den Unternehmen Mitsui, Toyo und Camargo gewesen sei. Seine Absicht sei es gewesen, so der Hauptzeuge, unter der Androhung eventuelle Unregelmäßigkeiten in den Verträgen zu finden und so die Aufträge zu blockieren, das Unternehmen Mitsui zu einer Schmiergeldzahlung zu bewegen. Dieses solle sich bis dahin nicht anden Zahlungen beteiligt haben, wie der Estadão schreibt.

Wie Youssef nun gegenüber dem Richter erklärte, sei er nach diesen angedrohten „Nachbesserungen an den Verträgen“ vom Chef des Bauunternehmens Camargo, Julio Camargo, aufgesucht worden. Camargo hätte ihn von Abläufen unterrichtet. Dabei sei auch deutlich geworden, dass hinter der Parlamentsinitiative der Abgeordnete Eduardo Cunha (PMDB) stand, so Youssef. Cunha ist einer der Empfänger von insgesamt vier Millionen Reais (etwa 1,2 Mio. Euro) an Schmiergeldern gewesen. Der Angeklagte und Zeuge Alberto Youssef war als Unterhändler selbst bei Übergaben beteiligt. (ms)

Quelle: O Estado de São Paulo



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