22 der 50 in Brasilien verwendeten Pestizide sind in anderen Ländern verboten. / Copyright: Wikimedia Commons, Seba864

Der brasilianische Agrarsektor hat 2012 insgesamt 823.226 Tonnen Pestizide, von denen viele in anderen Ländern verboten sind. Von 2000 bis 2012 lag der Anstieg an gekauften Tonnen bei 162,32 Prozent. Die Daten werden im Dossier „Eine Warnung wegen der Auswirkungen von Pestiziden auf die Gesundheit“ dargestellt, das von der brasilianischen Vereinigung für gemeinschaftliche Gesundheit (ABRASCO) veröffentlicht wurde.

„Seit 2009 nimmt Brasilien den ersten Platz weltweit der Nutzer von Pestiziden ein. Der tägliche Verbrauch liegt bei 5,5 Kilo pro Brasilianer im Jahr“, erklärte der Direktor der brasilianischen Vereinigung für Agrarökologie (ABA), Paul Petersen. Der Anstieg hänge direkt mit der Ausbreitung der Monokultur und der Transgene zusammen. „Am Anfang wurde über den Einsatz von Transgenen gesagt, dass sie den Einsatz von Pestiziden verringern würden, doch heute sehen wir, dass das Gegenteil eingetreten ist. Sie werden nicht nur in größeren Mengen verwendet, sondern auch mit höherem Wirkungsgrad verwendet. Dazu kam es aufgrund einer Plage von Raupen, die Sojabohnen und Baumwolle bedrohten.“

Laut Petersen sind 22 der insgesamt 50 in Brasilien verwendeten Pestizide in anderen Ländern verboten, wohingegen anderen technische Methoden zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt würden. „Wir befinden uns in einer Situation ohne jegliche Kontrolle.“ Zwischen 2007 und 2014 registrierte das Land laut ABA 34.147 Krankheitsfälle aufgrund von Pestiziden, darunter Krebs, physiologische Funktionsstörungen, Herz-und neuronale Probleme. (ls)

Quelle: Agência Brasil