Der für die Petrobras-Affäre zuständige Staatsanwalt Deltan Dallagnol hat bisher 20 Mrd. Reais sicher gestellt. / Copyright: Agência Brasil O procurador da República Deltan Dallagnol, que integra o núcleo da Operação Lava Jato,  participa de lançamento, no Rio, do projeto 10 Medidas Contra a Corrupção, do MPF  (Vladimir Platonow/Repórter da Agência Brasil)

Die Behörde zur Untersuchung der Korruption beim staatlichen Mineralölkonzern Petrobras verzeichnet einen weiteren Erfolg. Im Zuge der Ermittlungen um die Petrobras-Affäre haben die Behörden neue Erkenntnisse über die Gesamtsumme des für Bestechung und Wahlkampffinanzierung entwendeten Vermögens des Mineralölkonzerns gesammelt. Wie der brasilianische Bundesstaatsanwalt Deltan Dallagnol am Freitag (09.10.) erklärte, liegt die Summe der in private Taschen führender Politiker sowie Manager des Unternehmens geflossenen Gelder bei mindestens 20 Milliarden Reais (etwa 4,5 Mrd. Euro).

Dabei verteidigte Dallagnol einmal mehr das Vorgehen der Staatsanwaltschaft, für Kooperation und sachdienliche Hinweise seitens der Beschuldigten Strafminderung anzubieten. Ohne diese Übereinkommen mit den Beschuldigten hätte seine Behörde niemals den Geldfluss eines so hohen Betrages ermitteln können, so der Staatsanwalt. Zu Beginn der Untersuchung im Frühjahr 2014 hatte seine Task-force mit dem Namen Lava Jato 26 Millionen Reais (rund sechs Millionen Euro) an gezahlten Bestechungsgeldern nachvollziehen können, berichtete die Zeitung Valor Econômico.

Des Weiteren zeigte sich Dallagnol optimistisch, was das weitere Vorgehen betrefft. Derzeit, so der Staatsanwalt, liege genug belastendes Material vor, damit seine Ermittlungsbehörde noch ein weiteres Jahr arbeiten könne. Dies werde voraussichtlich weitere Gelder zurück in die Kasse des Staatsbetriebes bringen. „Es ist sehr wahrscheinlich, dass neue Operationen und neue Untersuchungen neue Fakten hervorbringen. Und ich bin sehr konservativ, wenn ich nur von einem weiteren Jahr spreche“, so Dallagnol.

Die Rückgewinnung von Petrobras-Vermögen könnte dem angeschlagenen Konzern neuen Aufwind geben. Denn der Wert des an der New Yorker Börse gehandelten Unternehmens war Ende September erstmalig seit Börsengang unter die Grenze von 100 Mrd. Reais (etwa 22 Mrd. Euro) gefallen. Der staatliche Konzern hatte 2005 mit einem Börsenwert von 321 Mrd. Reais (70 Mrd. Euro) gestartet (BrasilNews berichtete, 25.09.15). (ms)

Quelle: Valor Econômico