Systeme zum Auffangen von Regenwasser sollen den Nordosten des Landes retten. Petrobras investiert rund 69 Millionen Euro. / Copyright: Agência Brasil
Systeme zum Auffangen von Regenwasser sollen den Nordosten des Landes retten. Petrobras investiert rund 69 Millionen Euro. / Copyright: Agência Brasil

Systeme zum Auffangen von Regenwasser sollen den Nordosten des Landes retten. Petrobras investiert rund 69 Millionen Euro. / Copyright: Agência Brasil

Die halbstaatliche Erdölgesellschaft Petrobras weihte vergangenen Dienstag (23.07.) die ersten von rund 20.000 Wasserzisternen im Nordosten Brasiliens ein. Dazu investiert die Petrobras 200 Millionen Reais (circa 68 Millionen Euro). Der Bau von Anlagen zum Sammeln und Aufbewahren des Regenwassers reiht sich ein in den Maßnahmenkatalog Programa Uma Terra Duas Águas (Programm Ein Land Zwei Wasser) zur Versorgung von Bevölkerung und Landwirtschaft mit Trinkwasser. Derzeit ist der Nordosten des Landes durch die größte Dürre seit 50 Jahren erfasst.

Das Engagement der Ölgesellschaft scheint jedoch nicht nur der Einsicht in die Hilfsbedürftigkeit dieses Landesteils zu folgen. Zuletzt war die Petrobras von den Landesregierungen des Nordostens stark kritisiert worden. Der Vorwurf lautete, die Ölgesellschaft vernachlässige diesen Teil Brasiliens und investiere einseitig in den südöstlichen Bundesstaaten, São Paulo und Rio de Janeiro, vornehmlich aber im neuen Erschließungsgebiet Pré-Sal vor Rios Küste. Der Bau der Zisternen scheint demnach eine große PR-Aktion. Diese Annahme spiegelt sich zudem durch das für die Petrobras äußert niedrige Investitionsvolumen von 200 Millionen Reais wider.

Laut dem Generalsekretär der Gewerkschaft der Erdölarbeiter des Bundesstaates Rio Grande do Norte, Marcio Dias, war die Petrobras vor einiger Zeit noch mit 14 Bohrlöchern und Sonden im Bundesstaat aktiv. Heute seien es nur noch zwei. „Die Petrobras zieht sich mit allem Gerät und Personal zurück, was sie hier hat, um es bei den Vorkommen des Pré-Sal einzusetzen. Das schafft Ungleichgewicht und Arbeitslosigkeit“, so Dias. Es sei ein Schritt zurück in die Vergangenheit, als nur im Südosten investiert wurde, so der Gewerkschaftsführer weiter. (ms)