2007 trafen sich die Präsidenten George Bush und Lula - ein Jahr nach dem Kauf der Raffinerei in Texas. / Copyright U.S. Department of Agriculture
2007 trafen sich die Präsidenten George Bush und Lula - ein Jahr nach dem Kauf der Raffinerei in Texas. / Copyright U.S. Department of Agriculture

2007 trafen sich die Präsidenten George Bush und Lula – ein Jahr nach dem ungewollten Kauf der Raffinerei in Texas. / Copyright Agência Brasil

Ehemalige Vorstandsmitglieder des brasilianischen Ölkonzerns Petrobras müssen dem Unternehmen 792,3 Millionen US-Dollar (etwa 588 Millionen Euro) an Entschädigung zahlen. Der brasilianische Bundesrechnungshof (Tribunal de Contas da União, kurz: TCU) hatte zuvor Ungereimtheiten beim Kauf einer Raffinerie im US-amerikanischen Pasadena, Texas, durch die Petrobras im Jahr 2006 untersucht. Dabei kam er zu dem Ergebnis, ehemalige Vorstandsmitglieder des Ölkonzerns hätten wider besseres Wissens den Kauf von 50 Prozent der Raffinerie auf den Weg gebracht. Im Nachhinein kamen auf den Konzern mehr als dreimal so hohe Ausgaben zu, wie ursprünglich geplant, wie die Nachrichtenagentur Agência Brasil am vergangenen Mittwoch (23.7.) mitteilte.

Für den anteiligen Kauf von 50 Prozent zahlte Petrobras damals eine Summe von 360 Millionen US-Dollar (etwa 270 Millionen Euro). Durch Klauseln im Vertrag war das staatliche Unternehmen jedoch gezwungen, die ganze Raffinerie zu kaufen. Die unerwarteten Gesamtkosten beliefen sich Medienberichten zu Folge schließlich auf 1,18 Milliarden US-Dollar (876 Millionen Euro). Für den Differenzbetrag sollen nun die damals verantwortlichen Vorstandsmitglieder aufkommen.

Der Bundesrechnungshof bestätigte mit der Entscheidung den Bericht des mit der Untersuchung beauftragten Richters José Jorge. Es wird laut Agência Brasil aber davon ausgegangen, dass die Beklagten die Entscheidung juristisch anfechten werden.

Der Rechnungshof sprach im Gegenzug die Mitglieder des damaligen Verwaltungsrates (Conselho de Administração) von ihrer Verantwortung frei. Zwar hätten auch diesem dem Vertrag einstimmig zugestimmt. Doch seien ihnen vor allem das Kleingedruckte vom Vorstand vorenthalten worden. Der Verwaltungsrat stand während des Kaufes unter dem Vorsitz der damaligen Ministerin der Präsidialamtes (Casa Civil), Dilma Rousseff. (ms)