Eine der Quellen der unerwarteten Mehreinnahmen Brasiliens: Erlöse aus dem Erdölgeschäft; hier die Platform P-56 der Petrobras / Copyright: Petrobras

Die Platform P-56 der Petrobras / Copyright: Petrobras

Die Erdölproduktion und der Erdölexport in Brasilien sind eine der wichtigen, wenn nicht die wichtigste Säule der derzeitigen Industriepolitik der Regierung Dilma Rousseffs. Der größte Produzent von Erdöl in Brasilien, die staatlich dominierte Petrobras, hat gestern (14.06.) angekündigt im Rahmen eines umfassenden Investitionsplans bis zum Jahr 2016 rund 236,5 Milliarden US-Dollar (ca. 188 Milliarden Euro) in die unterschiedlichen Geschäftsfelder zu investieren. Erklärtes Ziel dieser Investitionen ist die Produktion von 3,3 Millionen Barrel Ölequivalente pro Tag.

Hauptziel der neuen Investitionen ist die Produktion und die Exploration. In diesem Geschäftsfeld plant Petrobras mit 60 Prozent seiner Investitionen in Höhe von 141,8 Milliarden US-Dollar (ca. 113 Milliarden Euro). Erneuerbare Energien wie Biokraftstoffe nehmen in diesem Investitionsplan mit 3,8 Milliarden US-Dollar (3 Milliarden Euro) einen nur sehr kleinen Anteil von 1,3 Prozent aller Investitionen ein. Fokus der Investitionen ist damit der Ausbau der Förderung bei den fossilen Energieträgern, denn auch in den Bereich der Gasförderung soll weiter investiert werden. 13,8 Milliarden US-Dollar (ca. elf Milliarden Euro) sind an Investitionen in diesem Geschäftsfeld geplant.

Petrobras möchte mit diesen Investitionen seine Produktion vor allem durch die Erschließung neuer Vorkommen stabilisieren, denn die produzierten Mengen sind leicht rückläufig und verschiedene technische Probleme und Lecks bei einigen Förderanlagen haben in letzter Zeit vermehrt zu Förderausfällen geführt. Mit diesem Investitionsplan soll Petrobras als wichtiger Exporteur und Empfänger von Devisen abgesichert werden und letztlich ein jährliches Wachstum von fünf bis sechs Prozent erreicht werden. (mas)