Der Mineralölkonzern fordert als Nebenkläger Schadensersatz in Milliardenhöhe von Bauunternehmen. / Copyright: Agência Brasil Os deputados federais da Comissão Parlamentar de Inquérito (CPI) que investiga irregularidades na Petrobras fazem uma visita técnica à sede da empresa no Rio (Tânia Rêgo/Agência Brasil)

Der Petrobras-Konzern hat sich entschieden, in mehreren Verfahren des Korruptionsskandals als Nebenkläger aufzutreten. Die brasilianische Bundesstaatsanwaltschaft hatte im März gegen Bauunternehmen und ehemalige führende Mitarbeiter der betreffenden Unternehmen Anklage wegen Kartellbildung und Korruption erhoben (BrasilNews berichtete, 12.03.2015). Die betroffene Petrobras will nun auf Schadensersatz in Milliardenhöhe klagen, wie die Zeitung Valor Econômico in ihrer Wochenendausgabe berichtete (8.5.). Über Jahre hinweg hatten Bau- und Schiffsbauunternehmen bei Ausschreibungen zu Aufträgen durch Petrobras Preisabsprachen vereinbart und so die Kosten für den staatlichen Erdölkonzern in die Höhe schnellen lassen. Hinzu kamen Bestechungen hochrangiger Petrobras-Vertreter und Politiker, die im Gegenzug Petrobras Aufträge zusicherten.

Der Erölkonzern beteiligt sich damit in zwei Verfahren. Das Erdölunternehmen reichte vergangenen Freitag (7.5.). Nebenklage gegen den Baukonzern Mendes Júnior ein. Bereits eine Woche zuvor, am 30. April, hatte Petrobras ihre Nebenklage gegen das Unternehmen Engevix erklärt. In beiden Verfahren geht es insgesamt um Schadensersatzforderungen von 452 Millionen Reais (etwa 135 Millionen Euro).

Wie das Unternehmen wissen ließ, werde es zudem in drei weiteren Prozessen als Nebenkläger auftreten. Laut Valor Econômico handelt es sich dabei um die Verfahren gegen die Baukonzerne Camargo Corrêa, OAS und Galvão Engenharia und einen Streitwert von 826 Millionen Reais (rund 250 Millionen Euro). Damit beträgt der Gesamtwert der Schadensersatzforderungen laut Aussagen des Unternehmens 1,27 Milliarden Reais (etwa 380 Millionen Euro).

Bereits Ende April dieses Jahres war es im Rahmen des Korruptionsskandals gegen verschiedene frühere Unternehmensvertreter zu Verurteilungen gekommen (BrasilNews berichtete, 23.04.2015). (ms)

Quelle: Valor Econômico