Logo des brasilianischen Erdölunternehmens Petrobras / Copyright: Petrobras
Logo des brasilianischen Erdölunternehmens Petrobras / Copyright: Petrobras

In diesem Jahr will die brasilianische Petrobrás weltweit Anlagen im Werte von rund 7,6 Milliarden Euro veräußern. / Copyright: Petrobras

Um an frisches Kapital zu gelangen, hat die Petrobras, der halbstaatliche brasilianische Erdölproduzent und -lieferant, eine ihrer Raffinerien im japanischen Okinawa veräußert. Laut Angaben der brasilianischen Tageszeitung Valor vom vergangenen Freitag (22.03.) findet der Verkauf an eine Firma aus Singapur statt. Insgesamt soll Petrobras rund 650 Millionen US-Dollar (etwa 500 Millionen Euro) für die Anlage und das dort gelagerte Öl erhalten.

Die Raffinerie selbst brachte den Brasilianern 80 Millionen US-Dollar (circa 62 Millionen Euro) ein. Der Rest aus dem Verkaufsgewinn stammt von den Erdöl- und Benzinlagern. Erst 2008 hatte Petrobras die Anlage für 57 Millionen US-Dollar (damals rund 37 Millionen Euro) erstanden. Der Großteil der gekauften Anteile (87 Prozent) stammte von einer Tochterfirma der ExxonMobil. Damals wollte Petrobras seinen Exportmarkt für Erdöl und Derivate ausbauen und besser versorgen. Ebenso sah das Unternehmen vor, von der Anlage in Okinawa aus, den japanischen und fernostasiatischen Markt für Biokraftstoffe anzustoßen und einer der Pioniere zu werden. Doch führte die Wirtschafts- und Finanzkrise 2008 zu einem drastischen Rückgang von Ethanol in Brasilien, was die Exportmöglichkeiten erheblich reduzierte und somit den Vorstoß in Japan verhinderte.

Die nun verkaufte Raffinerie gehört zu den rund 40 Anlagen des Unternehmens, die veräußert werden sollen, um die Petrobras mit neuem Kapital zu versorgen. Im Jahr 2013 sollen durch weitere Verkäufe 9,9 Milliarden US-Dollar (circa 7,6 Milliarden Euro) in die Kassen kommen. Schließlich kommen auf das brasilianische Unternehmen zwischen 2013 und 2017 Investitionen in Höhe von 236,7 Milliarden US-Sollar (etwa 182 Milliarden Euro) zu. Der Großteil davon soll in die Wartung und Instandhaltung der bestehenden Anlagen gehen (BrasilNews berichtete, 31.12.2012). Einige befinden sind derzeit außer Betrieb, weswegen die Petrobras sogar Kraftstoffe importieren muss. (ms)