Das Unternehmen Petrobras verlor zuletzt wegen des starken US-Dollar deutlich an Wert. / Copyright: Wikimedia Commons, Galio Das Unternehmen Petrobras wie im vergangenen Jahr die höchsten Investitionen bei staatlichen Betrieben auf / Copyright: Wikipedia, Creative Commons, Galio

Die Kurse des brasilianischen Mineralölkonzerns Petrobras durchlaufen derzeit einen rapiden Wertverlust. Bis Mittwoch (23.09.) war der Wert des an der Börse gehandelten Unternehmens auf 99,68 Milliarden Reais (rund 22 Mrd. Euro) abgesagt. Zum ersten Mal seit dem Börsengang im Jahr 2005 sank der Wert damit unter die Grenze von 100 Milliarden Reais, berichtet die Zeitung Valor Econômico.

Damit hat der Mineralölkonzern bis heute 69 Prozent seines Kapitalstocks verloren, so der Valor. Von den ursprünglich 321 Milliarden Reais (etwa 70 Mrd. Euro), mit der Petrobras gehandelt wurde, sind 223 Milliarden Reais (rund 50 Mrd. Euro) durch Abwertungen vernichtet worden. Würde der Verlust in US-Dollar aufgerechnet, wäre das Ergebnis noch desaströser, so die Zeitung. Umgerechnet wären damit seit dem Börsengang 163 Milliarden US-Dollar verloren gegangen, dies entspräche 87 Prozent des ursprünglichen Kapitals.

Ursächlich für den Niedergang sind eine Unmenge an Faktoren, schreibt die Zeitung. Die Hauptursache jedoch ist der große Schuldenberg des Unternehmens. Dieser ist von den vormals 57 Milliarden Reais auf heute 400 Mrd. Reais (etwa 88 Mrd. Euro) angestiegen. Ein Plus von 600 Prozent. Hier hat ebenfalls der Wertverlust des Real gegenüber dem US-Dollar maßgeblich zu beigetragen. Zuletzt wurde der US-Dollar für 4,24 Reais gehandelt. Vor einem Monat lag er noch bei 3,20 Reais. Mit dem harten US-Dollar stiegen auch die Schulden von Petrobras.

Des Weiteren hat der Korruptionsskandal um Petrobras erheblich zum Vertrauensverlust beigetragen, so der Valor. Zuletzt setzte die Rating-Agentur Standard & Poor’s die Note für den riesigen Ölkonzern herunter. (ms)

Quelle: Valor Econômico