Der Streik der Piloten und des Bodenpersonals führte gestern landesweit zu Verspätungen. / Copyright: Agência Brasil
Der Streik der Piloten und des Bodenpersonals führte gestern landesweit zu Verspätungen. / Copyright: Agência Brasil

Der Streik der Piloten und des Bodenpersonals führte am Donnerstag (22.1) landesweit zu Verspätungen. / Copyright: Agência Brasil

Am Donnerstag (22.01.) kam es an mehreren brasilianischen Flughäfen zu kurzweiligen Arbeitsniederlegungen von Bord- und Bodenpersonal. Laut des staatlichen Flughafenbetreibers Infraero sei es bei 148 von 760 Flügen zu Verspätungen gekommen. Dies entspricht etwa 19,5 Prozent aller Flüge. Zuzüglich seien 66 Flüge, also 8,7 Prozent, gestrichen worden, berichtet die Zeitung O Globo (22.01). Der rund zweistündige Streik ereignete sich am frühen Morgen. Betroffen waren vor allem die Flughäfen von Rio de Janeiro und Porto Alegre.

Am gleichen Tag drohten die zwei Arbeitgeberverbände, die Vereinigung der Luftfahrtunternehmen (Associação Brasileira das Empresas Aéreas, Abear) und die Gewerkschaft der Flughafenunternehmen (Sindicato Nacional das Empresas Aeroviárias, SNEA) mit juristischen Sanktionen. In einem Schreiben kündigten sie „geeignete juristische Maßnahmen“ gegen die Gewerkschaft der Flugkapitäne (Sindicato Nacional dos Aeronautas, SNA) an.

Der SNA werde vorgeworfen, dass mehr Personal als erlaubt an dem Streik teilgenommen habe, schreibt O Globo. Zuvor hatte der Oberste Gerichtshof (Tribunal Superior do Trabalho, TST) geurteilt, dass während des Streiks 80 Prozent der Belegschaft arbeiten müssten. Sollte sich der Vorwurf bestätigen, droht der Gewerkschaft eine Strafe von 100.000 Reais (rund 33.000 Euro) pro Tag. Laut Marcelo Ceriotti, dem juristischen Direktor der Arbeitnehmergewerkschaft SNA, sei der Vorwurf, dass nicht 80 Prozent der Belegschaft ihren Dienst angetreten hätten, “reine Erfindung und beunruhige die Gewerkschaft nicht“.

Zu dem Streik kam es nach sieben erfolglosen Verhandlungsrunden. Die Gewerkschaft kämpft für eine Lohnerhöhung von 8,5 Prozent, während die Arbeitgeberseite 6,5 Prozent bietet. Laut Ceriotti sei die wichtigste Forderung jedoch die Verbesserung der Aufstiegsmöglichkeiten sowie der Ausbau freier Tage. (ms)

Quelle: Globo