Die Übertragung von Landtiteln an landlose Bauern als primäres Ziel der Agrarreform. / Copyright: Agência Brasil Die Übertragung von Landtiteln an landlose Bauern als primäres Ziel der Agrarreform. / Copyright: Agência Brasil

Die Regierung beabsichtigt bis Ende des Jahres einen neuen Plan für die Agrarreform vorzulegen. Dies gaben der zuständige Minister für landwirtschaftliche Entwicklung, Patrus Ananias, und die Präsidentin des Nationalen Instituts für Siedlung und Agrarreform (Instituto Nacional de Colonização e reforma Agrária, kurz: INCRA) Ende vergangener Woche bekannt. Der Regierung ist zuletzt vorgeworfen worden, den Prozess einer brasilianischen Agrarreform, also der Umverteilung von Land durch die Übertragung von Titeln an landlose Bauern, zum Stillstand gebracht zu haben, wie die Zeitung Valor Econômico vom Samstag (18.4.) schreibt.

Laut Minister Ananias ist es primäres Ziel die irregulären Camps von tausenden Familien in reguläre Siedlungen umzuwandeln und ihnen ein Stück Land zu übertragen. Derzeit umfasse diese Zahl geschätzt 120.000 Familien im Land. Der Regierungsplan sehe vor, diese Familien zu registrieren und Mechanismen vorzugeben, die die Bewirtschaftung der zu übertragenden Ländereien wirtschaftlich rentabel machten und so das Überleben der Familien sicherten, so die Zeitung.

Das nationale Programm werde im nächsten Schritt den sozialen Bewegungen, insbesondere der Landlosenbewegung, MST, in den verschiedenen Bundesstaaten diskutiert, so Falcón von der durchführenden Incra-Behörde. Die Forderungen der MST seien in der Vergangenheit bereits der Regierung vorgestellt worden. (ms)

Quelle: Valor Econômico