Laut Experten muss die Bundespolizei in Brasilien stärker in eine systematische Aufklärung von Mordfällen einbezogen werden. / Copyright: Wikimedia Commons, Deciopitinini
Laut Experten muss die Bundespolizei in Brasilien stärker in eine systematische Aufklärung von Mordfällen einbezogen werden. / Copyright: Wikimedia Commons, Deciopitinini

Laut Experten muss die Bundespolizei in Brasilien stärker in eine systematische Aufklärung von Mordfällen einbezogen werden. / Copyright: Wikimedia Commons, Deciopitinini

Die zunehmende Gewalt und das wachsende Gefühl der Unsicherheit auf Seiten der Bevölkerung stellen Brasilien und seine Politiker vor mehrere Herausforderungen im Bereich der öffentlichen Sicherheit. Dazu zählt, gegen die hohe Zahl an Tötungsdelikten vorzugehen, die seit 2008 jedes Jahr über 50.000 liegen. Laut dem Gesundheitsministerium des Landes lag die Zahl der Mordopfer 2012 bei 56.300, mehr als die Hälfte davon (53 Prozent) waren zwischen 15 und 29 Jahren.

„Wir brauchen eine nationale Strategie zur Bekämpfung der Gewalt. Momentan geht jeder Bundesstaat mit dem Thema noch auf seine Weise um. Doch die Gewalt ist zu einem nationalen Problem geworden. Früher waren nur einzelne Großstadtregionen betroffen wie Rio, São Paulo und Recife. Mit der Jahrhundertwende hat sich die Gewalt jedoch auf das Innenland der Bundesstaaten ausgeweitet sowie auf andere Regionen“, berichtet der Soziologe Julio Jacobo Waiselfisz, Organisator der „Karte der Gewalt“.

Die Entwicklung eines nationalen Plans gegen Tötungsdelikte ist eine Forderung des Papiers „Agenda der wichtigsten Punkte in der öffentlichen Sicherheit“, das von verschiedenen Nicht-Regierungsorganisationen und Sicherheitsexperten aus verschiedenen Bundesstaaten aufgestellt wurde. „Wir haben riesige Schwierigkeiten diese Tötungsdelikte aufzuklären. Im Schnitt werden nur acht Prozent der Morde aufgeklärt. Daher ist es wichtig, dass der nationale Plan die Untersuchung von Morden fördert, dass dies für die Bundesstaaten zu einer Priorität wird. Dazu gehört auch die Gründung einer Spezialabteilung für Morde“, so Carolina Ricardo, Analystin vom Institut „Sou da Paz“.

Ihrer Meinung nach geht es im ersten Schritt darum, die Verantwortlichkeiten der verschiedenen Verwaltungseinheiten im Land zu klären. „Heute haben wir immer noch ein großes Durcheinander. Wir wissen nur, dass die Bundesstaaten die Zivil- und Militärpolizei kontrollieren. Aber es müssen auch die Zuständigkeiten der Bundespolizei geklärt werden, es muss ein nationaler Plan nach dem Polizeibeamte ausgebildet werden nach standardisierten Qualitätsmaßstäben“, sagt Ricardo. (ls)