Brasiliens Jugend hat vergleichsweise gute Aussichten / Copyright: Agênencia Brasil Eugenio Hansen
Brasiliens Jugend hat vergleichsweise gute Aussichten / Copyright: Agênencia Brasil Eugenio Hansen

Brasiliens Jugend hat vergleichsweise gute Aussichten / Copyright: Agência Brasil Eugenio Hansen

Das Phänomen der Jugendarbeitslosigkeit hat jüngst in einigen europäischen Ländern zu großen Protestbewegungen geführt. Eine nun veröffentlichte Studie der Internationalen Arbeitsorganisation (OIT), bei der die Zahlen zur Jugendwerwerbslosigkeit in den G20-Staaten miteinander verglichen wurden, zeigt, welche Länder am stärksten betroffen sind.

Insgesamt seien in den besagten Ländern 17,7 Millionen Menschen im Alter zwischen 15 und 25 Jahren ohne feste Anstellung.

Brasilien befindet sich dabei in einer noch recht moderaten Position, was die Perspektiven für seine Jugend angeht. Mit Werten zwischen 14 und 19 Prozent Jugendarbeitslosigkeit reiht sich das Land zwischen den tropischen Wendekreisen in eine Reihe mit Ländern wie Kanada, Russland, Argentinien, den USA und der Türkei.

Die Zahlen wurden am vergangenen Mittwoch (03.10.) in der Arbeitsgruppenversammlung der OIT in Genf präsentiert.

Als „kritisch“ stuft die OIT die Situation der Jugendlichen in Ländern wie Spanien, Italien und Südafrika ein, in denen zwischen 35 und 52 Prozent der Jugendlichen keine Festanstellung finden. Frankreich, Indonesien und Großbritannien weisen ebenfalls hohe Zahlen auf  (zw. 21 und 23 Prozent).

Unter den Ländern im Vergleich, in denen sich  die Zahlen im einstelligen Prozentbereich ansiedeln befinden sich Länder wie Australien, Südkorea, Deutschland, Japan und Mexico.

Interessant für Brasilien ist jedoch, dass es im Vergleich zur letzten Erhebung im Jahre 2006 eines von nur fünf Ländern ist, in denen die Zahlen im Bezug zur Gesamtbevölkerung einen positiven Trend aufweisen. Es reiht sich dabei in eine Gruppe mit Ländern wie Deutschland, Indien, Argentinien und der Türkei ein.

Die Studie der OIT macht außerdem darauf aufmerksam, dass die Ursachen und Auswirkungen der Jugendarbeitslosigkeit in Industrie- und Schwellenländern, aus denen die G20 zusammengesetzt sind, durchaus große Unterschiede aufweisen können. Es gäbe jedoch auch Gemeinsamkeiten wie zum Beispiel das Risiko der strukturellen Arbeitslosigkeit, das anhaltende geringe Niveau der Produktivität, niedrige Löhne in Zusammenhang mit informeller Arbeit und der Mangel an Arbeitskräften in bestimmten wirtschaftlichen Sektoren.

„Seien wir realistisch. Die Perspektiven für den Arbeitsmarkt sind keineswegs rosig. Wenn die allgemeinen Zahlen für den Arbeitsmarkt negativ sind, sieht das im Bereich Jugendarbeitslosigkeit noch schlimmer aus“, so der Generaldirektor der OIT, Guy Ryder. (er)