Der Präsidentschaftskandidat der links-christlichen PSB, Eduardo Campos, verstarb gestern bei einem Flugzeugabsturz über Santos. /Copyright: Agência Brasil
Der Präsidentschaftskandidat der links-christlichen PSB, Eduardo Campos, verstarb gestern bei einem Flugzeugabsturz über Santos. /Copyright: Agência Brasil

Der Präsidentschaftskandidat der links-christlichen PSB, Eduardo Campos, verstarb gestern bei einem Flugzeugabsturz über Santos. / Copyright: Agência Brasil

Am vergangenen Mittwoch (13.8.) ist der aussichtsreiche Präsidentschaftskandidat Eduardo Campos im Alter von 49 Jahren bei einem Flugzeugabsturz gestorben. Campos war früherer Gouverneur des Bundesstaates Pernambuco. Nach bisherigen Kenntnissen sind mit ihm weitere vier Insassen sowie die zwei Piloten bei dem Unglück ums Leben gekommen, wie Medien berichten. Campos war auf dem Weg nach Santos im Bundesstaat São Paulo, wo er an mehreren Wahlkampfterminen wie Radio- und Fernsehinterviews teilnehmen wollte.

Das Flugzeug vom Typ Cessna 560XL war vom Flughafen Santos Dumont in Rio de Janeiro gestartet und auf dem Weg zum Regionalflughafen von Guarujá bei Santos. Beim Landeanflug über Santos sei das Flugzeug plötzlich ins Strudeln geraten und inmitten eines Wohngebiets abgestürzt, wie das Portal Globo berichtet. Augenzeugen hätten Feuer am Flugzeug gesichtet. Laut Luftfahrtbehörde sollen beim Einschlag des Flugzeugs mindestens zehn Personen verletzt und drei Gebäude getroffen worden sein.

Der Präsidentschaftskandidat der links-christlichen Partido Socialista Brasileiro (PSB) kam den letzten Umfrageergebnissen zufolge mit acht Prozent auf den dritten Platz nach Dilma Rousseff mit 36 Prozent und Aécio Neves mit 20 Prozent der Stimmenanteile.

Marina Silva, die frühere Umweltministerin unter Lula und ehemalige Vorsitzende der Grünen Partei, war neben Campos die Kandidatin auf die Vizepräsidentin. Laut Medienberichten sei Silva auch auf dem Weg nach Santos gewesen. Ursprünglich wollte auch sie mit an Bord der Cessna sein, hätte sich in letzter Minute aber für einen Linienflug entschieden, da sie mit Mitgliedern ihres Wahlkampfteams fliegen wollte.

Bei den Wahlen 2006 erhielt die PSB 6,2 Prozent der Stimmen, 29 Abgeordnetenposten und drei Gouverneursposten – darunter Eduardo Campos in Pernambuco. Die PSB hatte Lula in seiner Wiederwahl informell unterstützt. Campos selbst war unter Lula Minister für Wissenschaft und Technologie. Laut Medienberichten haben die beiden Präsidentschaftskandidaten Dilma Rousseff (PT) und Aécio Neves von der rechts-konservativen PSDB wegen des Ereignisses vorerst ihren Wahlkampf unterbrochen. (ms)