Der Minister für Bergbau und Energie, Edison Lobão, widersprach der Kritik, dass sich nur wenige Unternehmen für die Förderunge des neuen Bohfeldes Libra beworben hätten./ Copyright: Agência Brasil
Der Minister für Bergbau und Energie, Edison Lobão, widersprach der Kritik, dass sich nur wenige Unternehmen für die Förderunge des neuen Bohfeldes Libra beworben hätten./ Copyright: Agência Brasil

Der Minister für Bergbau und Energie, Edison Lobão, widersprach der Kritik, dass sich nur wenige Unternehmen für die Förderunge des neuen Bohfeldes Libra beworben hätten./ Copyright: Agência Brasil

Verhaltenes Echo bei der bisher größten Ausschreibung für die Ausbeutung eines Erdölfeldes weltweit. Alle brasilianischen und vor allem die großen US-amerikanischen und britischen Erdölunternehmen enthielten sich der Bewerbung um die Förderrechte des Feldes Libra, der vor der Küste von Rio de Janeiro und São Paulo gelagerten Erdölvorkommen im Pré-Sal. Die Bewerbungsfrist war vergangenen Dienstag abgelaufen (BrasilNews berichtete, 18.09.2013). Die halbstaatliche Petrobrás wird ohnehin mit 30 Prozent am Konsortium beteiligt sein.

Mittlerweile hat die brasilianische Bundesagentur für Erdöl (Agência Nacional do Petróleo, kurz: ANP) die Namen der Bewerber veröffentlicht. Drei von ihnen stammen aus China: Cnooc International Limited (China), China National Petroleum Corporation (CNPC) und Repsol/Sinopec (Spanisch-Chinesisch), Ecopetrol (Kolumbien), Mitsui & CO (Japan), ONGC Videsh (Indien), Petrogal (Portugal), Petrobras, Petronas (Malaysia), Shell (Britisch-Holländisch) e Total (Frankreich).

Überraschend sei gewesen, dass sich keiner der Großen, weder die US-Amerikaner von Exxon Mobil oder Chevron noch die Briten von BP oder BG, beworben habe. Auch brasilianische Unternehmen wie Barra Energia oder QGEP (Queiroz Galvão Exploração e Produção), die zuvor ihr Interesse bekundet hatten, blieben schließlich fern. Dies wurde zunächst als Misserfolg für die Ausschreibung gewertet. Der Minister für Bergbau und Energie, Edison Lobão, widersprach seinen Kritikern vergangenen Freitag (20.09.). Vor allem schrecke die Größe des Projektes ab. Voraussichtlich 17 Bohrinseln, Sonden, mehrere Versorgungsschiffe und Hunderte gut qualifizierte Angestellte umschließe das Vorhaben. Die Förderung wiederum werde jedoch erst in sechs Jahren beginnen können. Solange wirft das Projekt auch keinen Gewinn ab. Die Reserven im Feld Libra werden auf bis zu 12 Milliarden Barril geschätzt. Dafür müssten im November bereits 15 Milliarden Reais (etwa fünf Milliarden Euro) bezahlt werden.

João Carlos de Luca, Präsident des brasilianischen Instituts für Erdöl (Instituto Brasileiro do Petróleo, kurz: IBP), und zeitgleich Vorsitzender von Barra Energia, erklärte, dass das Projekt Libra sehr komplex und kapitalintensiv sei und in den kommenden 20 Jahren Investitionen bedürfe. Das verringere die Attraktivität so eines Feldes. „Wenn kleinere Felder angeboten werden würden, gäbe es definitiv mehr Bewerber“, so Carlos de Luca. Diese Chance wird es wohl erst wieder in zwei oder drei Jahren geben. Wie der Direktor der ANP, Hélder Queiroz, mitteilte, ist mit einer nächsten Ausschreibung im Jahr 2015 zu rechnen. (ms)