Neue Häuser finanziert aus Mitteln des PAC in Vila Manchete, Ouro Preto / Copyright: Creative Commons, Prefeitura de Olinda

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Der private Wohnungsbau in Brasilien hat auch in diesem Jahr sehr gute Zuwächse verzeichnen können und die Aussichten lassen für 2012 sogar noch bessere Zahlen erwarten. Wie die Vereinigung der brasilianischen Bauindustrie (Câmara Brasileira da Indústria Construção, kurz: CBIC) in den gestern (08.12.) veröffentlichten Zahlen für die Branche mitteilte, beträgt das Wachstum in diesem Jahr 4,8 Prozent. In einem Vergleich zum Vorjahreswachstum von 11,6 Prozent würde das diesjährige Plus jedoch einem Rückgang gleichen. Paulo Safadi Simão, der Vorsitzende der CBIC, betonte deshalb bei der Präsentation der Zahlen die Ausnahmesituation des vergangenen Jahres und erklärte, dass die Branche sehr zufrieden mit dem diesjährigen Verlauf ist.

Teil des Optimismus für das kommende Jahr 2012 begründet sich auf einer Reihe von geplanten Maßnahmen und Großprojekten in Brasilien. Das von der Regierung jetzt in der zweiten Phase gestartete Programm „Mein Haus, mein Leben“ (Minha Casa, Minha Vida) fördert den privaten Wohnungsbau für die mittlere und untere Einkommensschicht. Das Programm zur Förderung des Wirtschaftswachstums (Programa de Aceleração do Crescimento, kurz: PAC) hat ebenfalls seinen Anteil an der guten Situation des privaten Wohnungsbaus in Brasilien. Geplante Großprojekte für die Fußballweltmeisterschaft in 2014 und die Olympiade in 2016 stimmen die Branche für die kommenden Jahre zuversichtlich. Deswegen erwartet der CBIC auch ein Wachstum von 5,2% allein im Bereich des privaten Wohnungsbaus für 2012.

Auslandsinvestitionen sind ein weiterer Hoffnungsfaktor für die Baubranche. Es stehe sehr viel ausländisches Geld derzeit auf den internationalen Märkten zur Verfügung, das bedingt durch die internationale Krise, neue Felder für Investitionen sucht, so die Einschätzung des Präsidenten der CBIC. Allerdings nutzte der Präsident der CBIC auch die Chance für Kritik an den fehlenden Investitionen im Bereich der Kanalisation. Die Kanalisation in Brasilien sei eine Schande und zeige nicht, dass Brasilien sich zur fünftstärkste Wirtschaftsnation auf der Welt entwickeln könnte, so Paulo Safadi Simão. (mas)