Die Gesundheitsversorgung wird auch in Brasilien mehrheitlich von Privathaushalten gestemmt. /Copyright: Agência Brasil Copyright Agência Brasil

Die Privathaushalte in Brasilien geben deutlich mehr für die gesundheitliche Versorgung aus als die Regierung. Laut einer Studie des Statistischen Bundesamtes (Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística, IBGE) betrug der Umfang der Ausgaben für Gesundheit im Jahr 2013 insgesamt 424 Milliarden Reais (rund 104 Mrd. Euro). Demnach machten die Ausgaben für Waren und Dienstleistungen im Gesundheitssektor insgesamt acht Prozent des BIP aus.

An den Gesamtausgaben seien die Regierung mit 190 Mrd. Reais (etwa 46 Mrd. Euro) und die privaten Haushalte sowie gemeinnützige Institutionen mit 234 Mrd. Reais (etwa 57 Mrd. Euro) beteiligt. Die privaten Haushalte trugen mit ihren Ausgaben für gesundheitliche Versorgung somit zu einem Anteil von 3,6 Prozent am BIP bei.

Von den Gesamtausgaben entfielen 77,6 Prozent auf Dienstleistungen und 20,6 Prozent wurden für Medikamente ausgegeben, so die Studie. Hierbei waren die Ausgaben von Familien und gemeinnützigen Institutionen dieses Sektors für mehr als die Hälfte aller Leistungen verantwortlich. Hierzu zählten nach Angabe der Studie auch die Krankenversicherungen. Zuletzt überstiegen die privaten Leistungen gar die Ausgaben aus öffentlichen Kassen, wie aus der Erhebung des IBGE über die Entwicklung des Gesundheitssektor in den Jahren 2010 – 2013 hervorgeht.

Die Entwicklung zeige jedoch, dass der Anteil der Regierung zuletzt zugenommen habe. Im Vergleich zum Jahr 2009 seien die Ausgaben der Regierung um 3,7 Prozent gestiegen. Bei den privaten Haushalten hingegen stiegen sie um 1,3 Prozent, berichtet die Zeitung Valor Econômico (10.12.). (ms)

Quelle: Valor Econômico