Der Flughafen Guarulhos in São Paulo / Copyright: Wikipedia, GNU, Andomenda

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Die Privatisierung einiger brasilianischer Flughäfen werde einen Kostenanstieg für Konsumenten mit sich bringen, aber auch die Verbesserung von Serviceleistungen. Das schätzt der Spezialist für Verwaltungsrecht der Universität von São Paulo (Universidade Estadual de São Paulo, kurz: UNESP), José Carlos Oliveira, ein.

Oliveira brachte als Beispiel die Konzessionen von Bundesautobahnen und die Dienstleistungen von Telefonanbietern für den möglichen Kostenanstieg hervor. Er erinnerte an die „extrem hohen“ Autobahngebühren und die „höchsten Telefontarife der Welt“, die von den Brasilianern gezahlt werden.

Die Flughäfen Guarulhos (Cumbica), Campinas (Viracopos) und Brasília (JK) wurden vor zwei Tagen (06.02.) an der Wertpapierbörse von São Paulo (Bolsa de Valores de São Paulo, kurz: BOVESPA) gehandelt. Mit der Versteigerung erhielt die Nationale Agentur für Flugwesen ANAC (Agência Nacional de Aviação Civil) 24.535.132.500 Reais (ca. 10.682.554.144 Euro).

„Dir Firmen werden für die Vermietung von beispielsweise Bars, Restaurants und Läden in den Flughäfen verantwortlich sein. Somit muss man auch mit einer Erhöhung der Preise in diesen Bereichen rechnen“, teilte Oliveira mit.

Des Weiteren erklärte Oliveira, dass dieser Konzessionsprozess Teil eines sogenannte „Öffentlichen-Privaten-Konsortiums“ (Parceria Público-Privada, kurz: PPP) sei. Besorgniserregend an diesem Modell wäre allerdings die Verteilung der Risiken. Denn sollten die Geschäfte scheitern, so müsse die Regierung einen Teil der Risiken der Unternehmer tragen.

Aus diesem Grund könne das Modell nicht als wirkliche Privatisierungsmaßnahme bezeichnet werden, da bei solchen normalerweise die Regierung mit dem Verkauf jegliche Kontrolle abgibt. In diesem Fall aber hätte die Brasilianische Firma für Flughafeninfrastruktur INFRAERO (Empresa Brasileira de Infraestrutura Aeroportuária), die die Versteigerungen der Flughäfen verwaltet, eine Beteiligung von 49 Prozent bei jedem dritten Siegerkonsortium, so Oliveira. (ds)