Die Bewegung MPL kämpft für bessere Bedingungen bei öffentlichen Verkehrsmitteln und für kostenlose Fahrten / Copyright: Agência Brasil
Die Bewegung MPL kämpft für bessere Bedingungen bei öffentlichen Verkehrsmitteln und für kostenlose Fahrten / Copyright: Agência Brasil

Die Bewegung MPL kämpft für bessere Bedingungen bei öffentlichen Verkehrsmitteln und für kostenlose Fahrten / Copyright: Agência Brasil

In Hinblick auf die in Brasilien stattfindenden Demonstrationen äußerten sich Vertreter der sozialen Bewegung MPL (Movimento Passe Livre: „Bewegung für kostenlosen Nahverkehr“), dass die Auswirkungen teurer Fahrtkosten im öffentlichen Verkehrswesen nicht nur Probleme der städtischen Mobilität verursachen, sondern auch direkt mit der Lebensqualität der Menschen verbunden seien. So zum Beispiel mit der Gesundheit, der Bildung, den Finanzen und der Kultur.

Die Bewegung MPL hatte die Demonstrationen zu gerechten Fahrtkosten in São Paulo initiiert. Einer seiner Vertreter ist der Geschichtsprofessor Lucas Monteiro: „Wir verteidigen einen Nulltarif, da das öffentliche Transportwesen dem Bürger Zugang zur Stadt verschafft und direkt damit verbunden auch zu Lebensqualität wie Gesundheit und Bildung. Deshalb haben wir schon gedacht, dass unser Kampf sich im Land verbreiten wird, aber nicht, dass er diese Dimensionen annimmt.“

Laut Monteiro würde die Nutzung privater Transportmittel auch zur Umweltverschmutzung beitragen und die Zahl der Verkehrsunfälle erhöhen, was zu höheren Ausgaben und Problemen im öffentlichen Gesundheitswesen führt. Des Weiteren erwähnte er, dass bestimmte medizinische Behandlungen gar nicht durchgeführt werden, da die Patienten teilweise gar nicht in der Lage seien, die Transportkosten zu zahlen.

Auch würden die hohen Kosten im Nahverkehr Auswirkungen auf das Recht und die Qualität der Bildung haben. In vielen öffentlichen Schulen fehlen Schüler, da sie kein Geld haben, um zur Schule zu kommen. Schüler und Studenten sollten des weiteren Zugang zum kulturellen Leben haben, wie zum Beispiel Museen besuchen können. Auch das würde an teuren Transportkosten scheitern.

Zudem würden Schwierigkeiten bei der städtischen Mobilität das Sozialleben von Bürgern mit niedrigem Einkommen negativ beeinflussen. Diese hätten keinen Zugang zu Kultur und Freizeitbeschäftigungen. (ds)