Infolge drastischer Strompreiserhöhungen stellten viele Unternehmen die energieintensive Metallverabrietung ein. Aluminium wird zunehmen daus dem Ausland impritiert. / Copyright U.S. Department of Agriculture
Infolge drastischer Strompreiserhöhungen stellten viele Unternehmen die energieintensive Metallverabrietung ein. Aluminium wird zunehmen daus dem Ausland impritiert. / Copyright U.S. Department of Agriculture

Infolge drastischer Strompreiserhöhungen stellten Unternehmen die energieintensive Metallverarbeitung mitunter ein. Aluminium wird aktuell vermehrt aus dem Ausland importiert. / Copyright: U.S. Department of Agriculture

Infolge der Wasserknappheit, die derzeit in Brasilien vielerorts die Wasserkraftwerke zum Erliegen bringt, bereitet der hohe Strompreis Unternehmen mit energieintensiver Produktion massive Probleme. Im vergangenen Halbjahr lag der Preis für eine MWh fast durchgängig bei 822 Reais (rund 270 Euro), während er in Zeiten mit ausreichend Niederschlag und Wasserreserven um die 100 Reais pro MWh (circa 33 Euro) liegt.

In den vergangenen Wochen sei der Preis aufgrund der Niederschläge in vielen Regionen zwar wieder auf 356 Reais MWh (rund 120 Euro MWH) bis 547 Reais MWh (181 Euro) gesunken, wie die Zeitung Estado de São Paulo berichtet. Dennoch blieben die Stromkosten damit überdurchschnittlich hoch. Das Energieproblem beschäftigt Brasilien nun bereits ein halbes Jahr (BrasilNews berichtete 17.02.2014).

Infolge der dramatischen Preiserhöhung stellten vor allem metallverarbeitende Unternehmen ihre Produktion ein. Dies jedoch auch aus sehr unterschiedlichen Gründen. Jene Unternehmen, die im Rahmen eines langjährigen Vertrages Strom zu festen und niedrigen Preisen beziehen, verkauften diesen jetzt zu Marktpreisen weiter und stellten gleichzeitig ihre Produktion ein. Mit dem Erlös wiederum kauften sie die ausgefallene Produktion zu günstigeren Preisen im Ausland. Bei vielen Unternehmen laufe ein Zehnjahresvertrag derzeit aus und stelle die Unternehmen vor Herausforderungen günstig Neuverträge abzuschließen, berichtet die Zeitung.

Andererseits sahen sich einige der Unternehmen, die ihren Strom zu tagesaktuellen Preisen beziehen, dazu gezwungen, ihre Produktion aufgrund der Energiekosten einzustellen. Insbesondere die Metallwirtschaft sei davon betroffen. Um 16 Prozent sei die Produktion von Aluminium zwischen Januar und Mai 2014 gefallen, wie das Entwicklungsministerium bekannt gab. Um die heimische Nachfrage zu decken, sei der Import von Aluminium in der gleichen Zeit um 888 Prozent angestiegen. (ms)