Minister Marcelo Neri (SAE) ist besorgt über die Diskrepanz zwischen Einkommenswachstum und Steigerung des BIP in Brasilien. / Copyright: Wikimedia Commons, Agência Brasil
Minister Marcelo Neri (SAE) ist besorgt über die Diskrepanz zwischen Einkommenswachstum und Steigerung des BIP in Brasilien. / Copyright: Wikimedia Commons, Agência Brasil

Minister Marcelo Neri (SAE) ist besorgt über die Diskrepanz zwischen Einkommenswachstum und Steigerung des BIP in Brasilien. / Copyright: Wikimedia Commons, Agência Brasil

Brasilien zeigt ein Ungleichgewicht zwischen dem Wachstum des Bruttoinlandsprodukt (BIP) und der Steigerung des Einkommens der Bevölkerung. Nach Daten des Sekretariats für strategische Angelegenheiten SAE der Präsidentschaft wuchs das Einkommen pro Kopf zwischen 2003 und 2013 jährlich um 4,7 Prozent, während das BIP pro Kopf um 2,8 Prozent anstieg. Das bedeutet, dass die Kapazitäten der Produktion hinter dem Potenzial im Konsum zurückbleiben.

Minister des SAE Marcelo Neri veröffentlichte die Zahlen während der Bekanntgabe der Studie „Produktivität in Brasilien – Leistungen und Determinanten“ des Instituts für angewandte Wirtschaftsforschung Ipea in Zusammenarbeit mit der brasilianischen Agentur für industrielle Entwicklung (ABDI). Obwohl die Studie nicht genau die gleichen Zahlen zeigt, die Neller präsentierte, ist die Diagnose doch ähnlich. Beispielsweise lag die durchschnittliche Wachstumsrate des BIP zwischen 2000 und 2009 laut Studie bei 3,42 Prozent und wies kaum einen Zusammenhang mit einem Produktivitätsanstieg auf.

„Nur ein Drittel dieses Wachstums kann einem Anstieg der Produktivität in der Arbeit zugerechnet werden. Die restlichen zwei Drittel beziehen sich auf eine zunehmende Erwerbstätigkeit. Das erklärt, warum das BIP pro Kopf unabhängig von der Produktivität der Arbeit ist“, heißt es in der Studie. Investitionen in Informationstechnologie, Infrastruktur, Qualifikation der Arbeiter und ein günstiges Geschäftsklima sind demnach nötig, um die Produktivität zu steigern.

„Brasilien hat für das Wohlbefinden der Gesellschaft gesorgt, aber jetzt geht es darum, dass dieses auch nachhaltig ist. Das Wachstum der Einkommen in Brasilien wird nicht von der Menge der Arbeit generiert, sondern durch Qualität, gemessen am Gehalt oder an den Formalitäten“, sagte Neri. (ls)