Der Chef der Zentralbank, Alexandre Tombini, bei der Präsentation des neuen Programms / Copyright: Agência Brasil

Der Chef der Zentralbank, Alexandre Tombini, bei der Präsentation des neuen Programms / Copyright: Agência Brasil

Für rund 84 Prozent der brasilianischen Bevölkerung ist der Gang zur Bank keine Ungewöhnlichkeit. Sie nutzen den Service und die Angebote der Banken ganz selbstverständlich. Diese Zahl bedeutet aber auch, dass für einen nicht geringen Teil der brasilianischen Bevölkerung, rund 17 Prozent, das Finanzsystem in seiner bisherigen Form nicht zugänglich ist und sie von Spar- und Kreditmöglichkeiten bisher ausschließt. Dies ist zum einen den hohen Sicherheiten geschuldet, die von brasilianischen Banken für einen Zutritt zu ihren Leistungen verlangt werden. Zum anderen liegt dies auch am Wissen zum Finanzmarkt und seinen Dienstleistungen, das bei einem Teil der Bevölkerung nicht vorhanden ist und deshalb eine weitere Hürde  für den Zugang darstellt. Auch auf spezielle Bedürfnisse hin, beispielsweise aus dem Agrarbereich, gehen viele der Bankangebote bisher nicht ein, weshalb oft von staatlicher Seite mit Programmen der Zugang zu Krediten verbessert wurde.

Das gestern (09.05.) vom Chef der Zentralbank, Alexandre Tombini, vorgestellte neue Programm Inclução Finançeira (Inklusion ins Finanzsystem) soll genau diese Hürden für den Teil der Bevölkerung abbauen, die bisher keinen oder nur sehr eingeschränkten Zugang zum brasilianischen Finanzsystem hatten. Zum einen sollen mit dem Programm die genauen Bedürfnisse der Bevölkerung an Finanzprodukten ermittelt werden. Zum anderen soll aber auch eine Weiterbildung zum Finanz- und Bankensystem geleistet werden.

In den letzten fünf Jahre hat sich der Zugang zu Banken sehr deutlich verbessert. Seit 2007 haben 31 Prozent mehr Brasilianer einen Zugang zu Banken. Auch die Bildung von Kooperativen in der Agrarproduktion hat einen neuen Schub bei den Zugängen vor allem für kleine Produzenten gebracht, die ohne Kooperativen vom Banksystem ausgeschlossen gewesen wären. (mas)