Das Projekt "Nêga Rosa" richtet sich an Frauen in den schwarzen Gemeinschaften von Rio de Janeiro. / Copyright: Agência Brasil

Sie nähen, kochen, geben Unterricht und nehmen an Veranstaltungen teil, indem sie ihre gefertigten Produkte verkaufen, zeigen, wie man einen Turban richtig bindet und über die kulturelle Identität der Schwarzen in Brasilien sprechen. Dies sind nur einige der Aktionen des Projekts „Nêga Rosa“, das in sieben Teilen Rio de Janeiros entwickelt wurde und 240 Frauen der Favelas Mangueira, Barreira do Vasco, Chatuba de Mesquita, Arará, Jacarezinho, Manguinhos e Tuitui erreicht.

Nach Angaben der Koordinatorin des Projekts Érica Portilho, die sich für die Stärkung der Rolle der Frau mittels Unternehmensgründungen einsetzt, konnten die teilnehmenden dunkelhäutigen Frauen ihr Monatseinkommen dank des Projekts bereits von 450 Reais auf 1.500 Reais steigern.

Um an dem Projekt teilnehmen zu können, müssen die Frauen zunächt einen Fragebogen ausfüllen. „Auf dieser Basis machen wir eine Auswahl. Wer nicht gleich aufgenommen wird, kommt auf die Warteliste. Da wir aber eine große Vielfalt an Aktionen im Angebot haben, kann jeder an irgendeiner Aktion teilnehmen.“

Die Idee hinter der Sache ist laut der Koordinatorin, so viel Wissen wie möglich über das Projekt zu verbreiten, das bereits eine Auszeichnung der Bank-Stiftung von Brasilien erhalten hat. „Wenn wir es schon geschafft haben, ein soziales Projekt zu entwickeln, das bei einer so wichtigen Organisation Beachtung findet, denken wir, dass die Idee noch viel weiter verbreitet werden sollte.“

Andrea Soares näht und bietet Unterricht im Turbanbinden an. Zudem gehört sie zum Projektteam von Nêga Rosa. Für sie ist einer der wichtigsten Aspekte des Projekts die Bewahrung des Selbstwertgefühls der schwarzen Frauen in den Favelas. „In den Schulen gibt es heute nur die Lehre der Kultur einer anderen Ethnie, so bleiben die schwarzen Kinder der Gemeinschaften ohne Identität. Deshalb lehren wir die Älteren, damit sie es an die Kinder weitergeben.“ (ls)

Quelle: Agência Brasil