Landesweit demonstrierten über 200.000 Menschen gegen die Fahrpreiserhöhung, Korruption und die hohen Ausgaben für die Fuball-WM im kommenden Jahr. / Copyright: Agência Brasil
Landesweit demonstrierten über 200.000 Menschen gegen die Fahrpreiserhöhung, Korruption und die hohen Ausgaben für die Fuball-WM im kommenden Jahr. / Copyright: Agência Brasil

Landesweit demonstrierten über 200.000 Menschen gegen die Fahrpreiserhöhung, Korruption und die hohen Ausgaben für die Fuball-WM im kommenden Jahr. / Copyright: Agência Brasil

In São Paulo und Rio de Janeiro werden die Fahrpreise für Bus, S- und U-Bahn wieder zurückgesetzt. Damit reagieren die Gouverneure und Bürgermeister von Land und Stadt auf die anhaltenden Proteste. Am Montag (17.06.) hatten landesweit über 200.000 Menschen gegen die Fahrscheinerhöhungen aber auch gegen Korruption und die hohen Staatsausgaben für die Fußball-WM demonstriert. Abermals kam es vergangene Nacht zu einem größeren Protest in São Paulo in dessen Zuge Demonstranten in das Stadtparlament eindrangen. Zum ereigneten sich wieder Szenen von Plünderungen in der Innenstadt. Zuletzt hatten bereits die Landeshauptstädte Porto Alegre im Süden, Recife im Nordosten und João Pessoa im Norden angekündigt, die Fahrscheinerhöhungen zurückzunehmen.

Nach Verhandlungen zwischen dem jeweiligen Bürgermeister und Landesgouverneur, für São Paulo Fernando Haddad (PT) und Geraldo Alckmin (PSDB), sowie für Rio de Janeiro Eduardo Paes (PMDB) und Sérgio Cabral (PMDB) wurde gestern Abend die Rücknahme der Erhöhungen beschlossen. Zuvor war es zu Gesprächen mit der Präsidentin Dilma Rousseff gekommen. Der Gouverneur des Bundesstaates São Paulo, Alckmin, erklärte, dass dies eine große Anstrengung bedeute. Man müsse nun woanders kürzen, wichtige Investitionen seien gefährdet. Der Bürgermeister von Rio de Janeiro erklärte, es würden dadurch Einnahmen von 200 Millionen Reais (rund 70 Millionen Euro) jährlich fehlen. Im Fall von São Paulo spricht Bürgermeister Haddad von Ausfällen in Höhe von 320 Millionen Reais (circa 110 Millionen Euro) jährlich.

In São Paulo kostet die einfache Fahrt mit Bus oder Bahn demnach wieder drei Reais (rund ein Euro) und nicht mehr 3,20 Reais (circa 1,10 Euro) wie nach der Fahrpreiserhöhung Anfang des Monats. Auch in Rio de Janeiro sinken die Tarife wieder auf das Niveau vom Mai. Die Fahrt mit der Metro kostet wieder 2,90 Reais und nicht mehr 3,10 Reais. Die neue Regelung tritt am kommenden Montag (24.06.) in Kraft.

Die Proteste gegen die Fahrscheinerhöhung waren Auslöser für eine Welle von Demonstrationen im ganzen Land. Vergangenen Montag (17.06.) protestierten landesweit rund 200.000 Menschen gegen Korruption, die hohen Staatsausgaben für die Vorbereitung der Fußball-WM und für mehr Ausgaben in den Bereichen Bildung und Gesundheit. Durch die Proteste wurde auch die Austragung des derzeit stattfindenen Confederations-Cup in Mitleidenschaft gezogen Viele Demonstrationen protestierten vor den Stadien, so dass mehrere Städte, wie Goiania oder Recife, die Nationalgarde zu Hilfe riefen. (ms)