Den Demonstrationen gegen die Fahrscheinerhöhung in São Paulo schließen sich heute landesweit Proteste an. Copyright: Cortesia: Clara Ianni
Den Demonstrationen gegen die Fahrscheinerhöhung in São Paulo schließen sich heute landesweit Proteste an. Copyright: Cortesia: Clara Ianni

Den Demonstrationen gegen die Fahrscheinerhöhung in São Paulo schließen sich heute landesweit Proteste an. / Copyright: Cortesia: Clara Ianni

Seit Tagen kommt es in Brasiliens Großstädten zu Protesten. Die Demonstranten wenden sich zum einen gegen Fahrpreiserhöhungen des Öffentlichen Nahverkehrs wie in São Paulo und Rio de Janeiro. Zum anderen wird zu Beginn des Fußball-Confederations Cup vor den Stadien gegen die hohen Staatsausgaben für den Bau und Umbau der Fußballsstadien demonstriert. Dabei kam es allerorts zu Auseinandersetzungen mit der Polizei und teils schwer verletzten Demonstranten und Polizisten.

Seit über zwei Wochen wird in São Paulo und seit vergangenem Samstag (15.06.) auch in Rio de Janeiro gegen die Anfang Juni durchgeführte Fahrpreiserhöhung demonstriert. Zwar betrug die Erhöhung nur 20 brasilianische Cent (circa sieben Eurocent). Die einfache Fahrt kostet damit 3,20 Reais (rund 1,20 Euro). Doch geschieht die Erhöhung mittlerweile halbjährlich. Noch vor zwei Jahren kostete die einfache Fahrt 2,30 Reais (rund 80 Eurocent), wodurch sich innerhalb kurzer Zeit die Fahrpreise um ein Drittel verteuert haben.

Zudem gibt es nur im Ansatz ein System von Tages- oder Monatskarten. Bei vier Fahrten pro Tag summieren sich ähnliche Kosten wie für ein in Deutschland übliches Tagesticket. Gerade die Verdienste einfacher Angestellter erlauben solche Fahrpreise jedoch nicht.

Gleichzeitig demonstrierten Hunderte in Brasília vor dem Eröffnungsspiel des Confed Cups zwischen Gastgeber Brasilien und Japan im neuen Stadion Mané Garrincha. Die  Proteste richteten sich gegen die hohen Baukosten, die das Land durch den Um- und Neubau von Stadien sowie Investitionen in die Infrastruktur zu tragen hatte. Allein der Umbau des Stadions in Brasília kostete den Staat 1,2 Milliarden Reais (rund 420 Millionen Euro). Um dem Reglement der FIFA zu entsprechen, mussten viele Stadien verkleinert oder deren Platzzahl verringert werden. Infolge dessen steigen nun die Eintrittsgelder auch für den regulären Spielbetrieb der brasilianischen Liga.

Des Weiteren richteten sich die Proteste in Rio und Brasília gegen Zwangsräumungen, die im Zuge von Baumaßnahmen für die WM 2014 stattfanden. (ms)